Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Charlotte von Kalb. Weimar, 14. März 1800.

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[ Weimar, 14. März 1800 ]
305,2

— ein Wetter, das alle Strassen in Bäche verkehrte — — Weimar,
das wie die Polarzone vol glänzendem Schnee und unfruchtbarem
Nordlicht ist — Er [Herder?] stand nahe an dem von ihm so oft portrai- 305,5
tierten Todesengel, aber dieser, nicht jene entflog. Wehmüthig, wenn
ich in seine Stube träte und nichts darin fände als die Vergangenheit.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Charlotte von Kalb. Weimar, 14. März 1800. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=III_420


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 3. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1959. Briefnr.: 425. Seite(n): 305 (Brieftext) und 499 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K (der Anfang versehentl. nach Nr. 412): Kalb. 14 März. A: IV. Abt., III.1, Nr. 354.

Otto hatte am 2. März Jean Paul aufgefordert, einmal der Kalb zuschreiben, die ihm (Otto) mehrmals geschrieben und sich in ihrer liebendzürnenden Art über Richter geäußert habe. Wie sich aus A ergibt, entschuldigte sich Jean Paul jetzt erst, daß er im Oktober 1799 wegen desschlechten Wetters nicht von Hildburghausen nach Waltershausen gekommen sei (vgl. 236,2 f. u. Klarmann, Geschichte der Familie v. Kalb,S. 481), zeigte seine Verlobung an und scheint auch seinen Kampf gegenFichte und die Widmung des Titan an die vier Schwestern erwähnt zuhaben. Charlotte schreibt am 20. April 1800 an Böttiger (H: Dresden):„Richter muß freilich die Hofetiquette vermeiden ... Ich sag’ es Ihnennur allein, daß er gar nicht willens war, sich in Weimar zu etabliren, aberich habe ihm sehr gerathen dazubleiben. Das Herdersche Haus findet ernicht wieder.“ Ein Unwohlsein Herders erwähnt Knebel in einem Briefv. Februar 1800, s. Von u. an Herder III, 155. Mit dem Todesengel beschäftigt sich Herder z. B. in dem Nachtrag zu Lessings Abhandlung„Wie die Alten den Tod gebildet“ in der 2. Sammlung der ZerstreutenBlätter (1786); vgl. auch die Paramythie „Der Tod“ in der 1. Sammlung(1785). 305,6 jene: die Seele?