Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Johann Samuel Völkel. Schwarzenbach a. d. Saale, August 1792.

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[ Schwarzenbach, Aug. (?) 1792 ]
365,19
p. p.
365,20

Ich wil durch dieses Blat aus dem ordentlichsten Man in Schwar-
zenbach und in der Welt einen unordentlichen machen. Ich habe näm
lich — da ich noch vor Michaelis von Berlin ein grosses Honorar für
meine neueste Saalbaderei zu erhalten Gewisheit habe — mich zu sehr
darnach gerichtet mit meinen Ausgaben. Ich muß daher das Ber365,25
linische einige Wochen durch das Schwarzenbacher ersezen und Sie
gehorsamst bitten, aus Ihrer Ordnung um ein ½ Vierteljahr her
auszugehen, wenn es Sie sonst nicht derangiert. Ich verspreche Ihnen,
Ihre Rechnung nie mit ähnlichen Bitten zu verwirren.


N. S. Kant gab zu dieser Messe heraus: Kritik aller Offen- 365,30
barungen. Der Himmel gebe, daß man allen Theologen bei diesem
Buche das wünschen kan, was ich Ihnen beim Kant und wegen der
12ten Stunde wünsche: gesegnete Malzeit.



R.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Johann Samuel Völkel. Schwarzenbach a. d. Saale, August 1792. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_406


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956. Briefnr.: 406. Seite(n): 365 (Brieftext) und 533 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: DLA, Marbach; ehem. Autogr.-Aukt. Stargardt, März 1951. 1 S. 365,31f. bei diesem Buche] nachtr.

Auf der Rückseite von H hat Ernst Förster vermerkt: „Jean Paul an den Hammerschmiedmeister Clöter in Schwarzenbach an der Saale, dessen Kinder er im Lesen, Schreiben pp. unterrichtete, während er den ‚Hesperus‘ schrieb, den er seine ‚neueste Saalbaderei‘ nennt.“ Die letztere Angabe ist bestimmt unrichtig; es kann sich nur um die Unsichtbare Loge handeln. Auch die Angabe des Adressaten beruht wohl nur auf Vermutung; die Nachschrift macht es wahrscheinlicher, daß das Billett an den für Philosophie interessierten Theologen Völkel gerichtet ist, dem Richter auch 294,1 gesegnete Mahlzeit wünscht. Wenn sich das Blatt, wie anzunehmen, in Jean Pauls Nachlaß fand, ist es vielleicht gar nicht abgesandt worden. 365,30f. Der 1792 in Königsberg erschienene „Versuch einer Kritik aller Offenbarung“ ist von Fichte, wurde aber im Intelligenzblatt der Allgemeinen Literaturzeitung vom 30. Juni 1792 Kant zugeschrieben, wogegen dieser ebenda am 22. Aug. 1792 protestierte.