Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Renate Wirth. Ohne Ort, 29. April 1793.

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le 29me Avril [ 1793? Montag]
383,15
Ma cherie et invisible Amie,

Il m’en a couté de ne Vous voir pas. Je n’ai vû hier que Votre
tete. J’espere — ou du moins, je demande — que Vous tiendrés
aussi bien Votre promesse de me voir demain, que j’ai tenu la
mienne de ne Vous voir point. — Mais demain! — Nous nous 383,20
verrons; — et entourés du soir, du ciel et de la nature — n’etant
accompagnés que des oiseaux — n’etant eblouis que du soleil —
parlants — jouissant — esperant, alors nous oublierons à ce soir
le soir qui ne lui ressemble pas … Adieu. (En hâte.)



R. 383,25

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Renate Wirth. Ohne Ort, 29. April 1793. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_426


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956. Briefnr.: 426. Seite(n): 383 (Brieftext) und 538 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: Berlin acc. ms. 1901. 197 (Nr. 33) (derzeit BJK). 1 S. 4°; auf der Rücks. Adresse: A Mademoiselle Renate. J: Täglichsbeck S. 139. B: IV. Abt., I, Nr. 143? 383,19 bien] nachtr. 23 alors] nachtr. 24 le soir] aus celui

Vgl. B: „... Sie entzogen mir am Sonntag [21. April] Ihre Gesellschaft … Der gestrige Abend — o er war schön, ich schlos mich in unsere hintere Stube, beschäftigte mich so ganz mit den Unvolkommenheiten meines Ichs, — ich konnte Nichts, als weinen so heftig als ich nie geweint; dann sank ich auf die Knie, warf mir mit der bittersten Reue vor dem Höchsten — meine Fehler vor, bat ihn flehentlichst um Stärke — und schwur feierlich besser zu werden … Der Abend den Sonntag vor 8 Tagen [14. April] war für mich einer der unvergeslichsten, ach ich fühle was Sie denken: er bestimmte mein Unglück, — Ach wären Sie Zeuge gewesen; Sie verurtheilten mich nicht; — wir sprechen mündlich davon.“ Sie hatte sich vielleicht mit Christoph Otto versprochen, vgl. Nr. 447†.