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Korrespondenz

Von Jean Paul an Emanuel Osmund. Bayreuth, 13. Februar 1821.

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[ Bayreuth,13. Febr. 1821 ]
94,34

Mein guter Emanuel! Wie gern wär’ ich gestern an Ihre leidende94,35
Brust geeilt, wenn ich es bei meiner Unkenntnis Ihrer Besuche und
Gebräuche hätte wagen dürfen! Wohl der befreieten Seele, die sich 95,1
nicht ein ganzes langes Leben hindurch in der verbaueten Hütte mit
menschlichem Bewußtsein hatte martern müssen! — Jetzo hatte sie nur
thierisches und litt nur wie im Schlafe; und die Eltern erlitten in Einer
Minute des wachen Zusehens mehr als das gute Kind. — Einen Trost95,5
haben Sie, das arme Wesen hat von dieser dürftigen kalten Erde doch
Ein Gut mitgenommen, die Unsterblichkeit; und in der ist Zeit genug für
alles Beglücken. — Gott helfe Ihnen und auch mir über den Todten
monat — wie die Alten den Februar richtig hießen — hinüber. Gott
tröste Sie; und Sie die Mutter! 95,10


R.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Emanuel Osmund. Bayreuth, 13. Februar 1821. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VIII_144


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 8. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1955. Briefnr.: 146. Seite(n): 94-95 (Brieftext) und 357 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: Privatbesitz Italien; ehem. Dr. Goldschmidt, Berlin. Präsentat: 13ten Febr. 1821. Adr.: Herrn Emanuel.

Emanuels am 8. Aug. 1820 geborenes Töchterchen Henriette war am 12. Febr. gestorben.