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[ Leipzig, 7. Juli 1798
73,10
Werfen Sie einige Flammen nach Neustadt, die den Nestling auf-
treiben und ihn mit andern Zugvögeln einem wärmern Klima zu
zufliegen zwingen 〈zujagen〉: warlich ich käme dan auch geflogen. Und
dan wägen Sie das Eden. Ach ja wohl soltest du schöne Stunden und
lauter Liebe in jedem Herz und einen kleinen Nachhal deiner eignen73,15
Güte haben, wenn ich, von der lauten Welt gesondert, auf einer
häuslichen Insel mit einem Wesen wohne, das dir entgegenfliegen und
dich umarmt an seinem Herz zu deinem Bruder führen kan. O wie wil
ich euch alle noch fortlieben durch mein Leben!

Die neuste Mode der mänlichen Köpfe ist wie immer das Widerspiel73,20
der weiblichen zu sein. Wenn diese sich ganze Perücken vol falscher
Haare aufsezen, so schneiden jene sich ihre wahren — vielleicht um für
die Perücken Einschlag und Eintrag zu liefern — bis auf die Haut fast
ab.

K: Friedrike Otto 7 Jul.
73 , 11 Nestling: ihr späterer Gatte Friedrich Wernlein, s. 71,30 und 74,19 f. 20—24 Vgl. I. Abt., VII, 376 , 13–16.

Textgrundlage:

106. An Friederike Otto. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 3. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1959.

Seite(n): 73 (Brieftext); 414 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Friederike Otto. Leipzig, 7. Juli 1798. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=III_106 >


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