Edition
Korpus
Korrespondenz

Von Jean Paul an Christian Otto. Weimar, 20. Januar 1800 bis 6. Februar 1800.

Darstellung und Funktionen des "Kritischen und kommentierten Textes" sind für Medium- und Large-Screen-Endgeräte optimiert. Auf Small-Screen-Devices (z.B. Smartphones) empfehlen wir auf den "Lesetext" umzuschalten.



Weimar d. 20 Jenn. 1800.

Lieber Otto! Denk’ aber nicht, daß du den Brief schon hast; der Himmel und die arbeits-schwangere Zukunft wissen, wie lang’ er liegen bleibt. Heute sandt’ ich den Postpferden einstweilen 6 Briefe. An dich und Jakobi erlass’ ich die längsten; an diesen keine Fakta sondern Betrachtungen. So wie jezt thut es einem wohl, wo man frei in seinen epistolarischen Wellen treibt und plätschert und keinen Postbericht als Lettre de cachet befürchtet.

Heute wil ich dir noch nichts beantworten, sondern nur erzählen. — Ein kantianischer Tropf lies an mich und Herder ein dummes Send schreiben drucken; die Palingenesien betreffend; er heisset D. Erhard. Er sol nie merken, daß ich den Narren gelesen. Ein edler Ungenanter schikte mir und Herder seine Archimetria zu (gegen die heutige Philosophie) und redet mich im deutschen Präambulum an. — Die Berliner Zensur verbot dem Leichenprediger des Fürstenmagens die Kanzel; er besteigt sie aber mit der Predigt in Erfurt, wo ich den Clavis Fichtiana seu Leibgeberiana drucken lasse (nach Verhältnis des weiten Druks fast 7 Ld. pr. Bogen), weil man mirs hier und Jakobi mir gar gerathen, es 2mal, 1. im Titan, 2. besonders, mit Zusäzen, zu geben, was geschehen kan.Ich thu’ es nicht; es erscheint vergrössert in Erfurt. Der freieste Umris des herlichen beinahe durch den Mittelpunkt des Geisterglobus durchgrabenden Fichte ist gar noch nicht gegeben und bekant; aus der „Appellazion“ ist nur Misverstand zu holen, und ohne Kentnis des spinoz. und kritischen Systems ist kein Wort von ihm zu fassen. — Herders Metakritik verliert gegen den leeren Syllogismus; aber sein Geist, ohne Worte gewogen, hat mehr Recht als die Kantianer fassen, ob er gleich auf jedem Bogen, wegen seines Mangels an philosophischer Reflexion und Abstrakzion, zu bekriegen ist. — Man dingt ihm mühsam einen Saz ab. Bei der Edizion seines „Gott“ wunderte er sich, daß die geschriebnen Anmerkungen seiner mir immer mehr liebern [!] FrauFür mich die erste Erscheinung einer Freundin; da jede frühere eine leichtere Beimischung hatte. Ein elsassisches Feuer — Voreiligkeit — Kraft — Muth — doch politische Rüksichten — Nachgiebigkeit und Auffahren gegen den Man — mit unwiderleglichen Vorurtheilen und Härten gegen Einige — und eine vollendete Mutter — weich für jede Rührung, besonders die mütterliche. — Solche Widersprüche fand ich in der menschlichen Natur so oft — z. B. weiblichen Zynismus der dir den Arm giebt aber nicht den Finger—Nagel. Und daher schliess ich selten wie du aus Kleinigkeiten. z. B. dein Schlus aus dem jüdischen Brief (ich habe ihnen geschrieben) von der Unterscheidung zwischen aufgeklärten und aufklärenden Jahrhunderten auf Rabinismus ist falsch, denn der Ausdruk ist aus meinen biographischen Belustigungen. mit meinen zusammenträfen; — der Gute! Ich wolte schwören, sie hat ihre nach meinen geschnitten, um ihn eher aus Sorge für seinen Lorbeer, zur Rüksicht auf meine zu bereden. — Der 1 Band des Titans ist schon abgedrukt, in 3 Ausgaben.

d. 27. J. d. 30 J.

Heute verhoft ich von Emanuel eine Antwort, von dir eine Frage. Ich bin entsezlich in epistolarische Geschäfte u. a. verschlungen. Wegen Matzdorf — ich hab’ ihm vor deinen Briefen meinen Zorn vorgehalten und ihm den Druk der Subskribenten verboten — der Schelm entschuldigte sich ziemlich und that so kläglich daß ichs ihm wieder erlaubte. Die Frau schikte mir einen Ring. Erst im Mai geh ich nach Berlin.

— Es fuhr jezt schon das alte rauhe Gefühl in mir über den Wust empor, den ich dir zu schreiben habe bis morgen: als ich mich linderte durch den neuen Vorsaz, daß es erst nach 8 Tagen abgehen sol; jezt geniess’ ich das Schreiben wieder. Von meiner C. wil ich einige Tage später reden, wo dir vermuthlich schon neue Entwiklungen zu geben sind. Den Wust weis ich voraus, weil ich immer mit einem Wort in jeder Woche das notiere was ich dir zu notieren habe. Mach’ es auch so und schreibe mir viel höfer Gacetten; sonst erfahr ich nichts, da meine lezte und reichste Korrespondentin fort ist.

Meine Seele regt sich sanft in Wünschen für diese Gute. Möge sie recht glüklich sein in meinem Geburtsort und jeden Tag mehr verdient werden von W[ernlein]! — Sie hat eine zarte feste Weiblichkeit, und einen Werth, der eine 10jährige Beobachtung vertrug; und vielleicht ausser einigen Lenetten-Launen keinen Fehler. Du hättest dich an ihrem Tagebuch erquicken sollen wie ich. — Sie sol mir ja bald schreiben.

Bei der herlichen Herder wolt ich noch sagen, daß mein An spacher Bruder schon zum 2ten mal an sie geschrieben, daß sie ihm 1 Ld’or geschikt — die Schlechten! Ja sie wolte mehr für ihn zusammenmachen. Er wil Apotheken-Schulden haben.

Und doch gieng bisher oft das wehmüthige Gefühl mit mir herum, daß ich dem andern in Hof gar nichts gäbe. Wär’ er nur etwas besser und köntest du mir es schreiben: ich schikte dem Unglüklichen etwas. O ich hab ihn recht geliebt — und bei Gott jeden, und mein Herz (wenn auch nicht mein Kopf) kan nichts dafür, wo ichs nicht mehr kan.

An der 2ten Edizion des Quintus wird gedrukt. — Bei der Edizion meiner opera omnia werd’ ich nach dem Geschrei aller dieser Spiz buben nicht viel fragen. Ich bin in meinem Innern dadurch gerechtfertigt, daß ich dum war und nie die Zahl der abzudruckenden Exemplare bestimte, worauf alles ankomt und dessen Unterlassung die 2ten Auflagen verschiebt. —

Bayreuther Bier gebe mir Bayreuth. Sechs und sechzig hiesige Groschen Postgeld kosteten mich 32 gothaische Maas Waizenbier, das man mir zu[ge]sandt; die Maas selber kostet an Ort und Stelle 2 gr.; hier noch die Akzise etc. Wenigstens nicht theuer ist solches Gesöf.

Müllers Schweizer Geschichte pries Woltman in der Litteratur Zeitung; darauf pries jener diesen und sagte, er käme gleich nach Müller. Allemal antiphonierende Sieges Chöre sind jezt die Rezensionen. Indes hab ich die Jugendbriefe Müllers im deutschen Magazin gelesen — es ist ein genialischer Göttersohn.

Herold sol mir und (damit wil ich locken und reizen) der Oberhof meisterin der Prinzessin — ich sagte, nur durch ihn wär’ ein Kanal dazu — und der Schroeder — der er neulich 4 enge Quartseiten douceurs übermacht — in allem 100 Frankfurter Federn schicken für Geld. Bitt’ ihn. Keine Federn als eben seine schreiben so scharf.

Deine neue Umarmung Oertels hat meine ganze Seele erfreuet. Ihr wisset eigentlich kaum, warum ihr auseinander geflattert seid, wenns nicht euere Aehnlichkeit ist.

d. 3. Feb.

Denn in dir und ihm regiert dieselbe seltene Kraft der Ehre ohne die keine Moralität möglich ist und die doch 〈sogar bei Albano〉 so nahe an den Egoismus streift — was ich Oertel erst neulich vorgeworfen —; nur bei dir ist er durch eine seltene Ausnahme auch nicht im kleinsten Zuge. Dein Styl hat euch geschieden; und hier wil ich eine Anmerkung, die ich bei deinem sonst schönen Briefe an C. und bei deinen Dialogen mit wichtigen Menschen oder über wichtige Sachen öfters machte, dir fragweise geben: du tournierest und drehest nämlich deinen Ausdruk zu lange und oft bis zur Spizfündigkeit, bis zur Feinheit ohnehin; und du wilst dan (wie Emanuel zuweilen, aber doch anders) die Empfindung etc. ausdrücken durch das Sprechen über den Ausdruk derselben. Sei einfacher (wie in den Briefen an mich); der Fehler ist leichter zu lassen als zu machen, er vergeht wie der der Jugend oder des überströmenden Wizes mit der Zeit. — Oertels Gedicht (sub rosa) gefiel Wieland und Knebel nicht; Herder ist des schlimmen Hexa meters wegen nicht daran zu bringen. Mich haben die weiblichen Karaktere gewonnen; obgleich Versbau und Plan und Unpoesie in der andern Wagschaale sassen und zogen. Sag’ ihm aber, daß sein Gedicht in octava rimi [!] von Herder uns vorgelesen und zur Hälfte sehr von ihm gepriesen worden. Herder lieset wie ein Gott, sie wie eine Göttin, ich wie der Hund, der nach Leibniz sol haben reden können.

d. 4. Feb.

Gleiche die Länge des Schweigens mit der Länge des Schreibens aus. Schrieb ich dir nicht schon den 20 Jenn.? Das Ankommen geht mich nichts an. Heute bin ich mit der Umarbeitung und Verdoplung des Clavis zu Rande. — Ich stecke im philosophischen Dintenfas bis an die Ohren. Sogar Bouterweks (herliche) Apodiktik hab’ ich sogar gekauft. — Jezt zu deinen alten Briefen.

Ach die guten Köhlerschen! Und dan die niedrigen Triumphatricen die Gasse hinunter! Wie häslich wird der Zufal mit der Schuld verwechselt werden! Ich sag’ es relativ; denn objektiv sind jene beiden meistens eins. Der arme Alte verdient diese zerschneidende Knute nicht: Und Helene ist eitel und nicht viel mehr. Aber die Natur straft die Sünden gegen den — Verstand eben so hart als andere. — Das schöne Betragen des alten Herolds sez’ immer voraus nach einem schlechten; sein elastisches Herz springt gerade auf den Boden gefallen auf und umgekehrt wieder zurük. — Dein Schweigen tadl’ ich, da du mir die wichtigsten Veränderungen um und ausser dir zu sagen hast. Deine bayreuther Zukunft ist ein Kupferstich zu einer Idylle; ob ich gleich deine Kommunikazion mit Albrecht schwierig finde. Dieses gute alte Herz dauert mich; wenn er abends nach Hause komt, findet er keinen Freund als den dunkeln kalten Schlaf. Wäre nicht durch Emanuel seine Verpflanzung zu vermitteln? Du handelst nicht recht sondern furchtsam, wenn du Amönen nicht alle deine blühenden Plane mittheilst. Wer erstattet ihr den langen geheimen Gram über die geheime Zukunft und so viele tausend bittere Minuten? Schlägt es dir fehl, so bist du dan durch Schweigen weniger gerechtfertigt als durch Reden. Wil das Schiksal nicht, so stehst doch du frank und frei und heiter da; und die zweite Seele leidet nur mit dir und nicht durch dich. Sag’ ihr alles und überhaupt mehr. Die Hofnung ist ja ohnehin ihre eigentliche Gegenwart. — Daß Albrecht es zulezt erfahren sol, macht ihm nicht kleinere sondern grössere Schmerzen; erhebe dich über das Schweigen. — Deine Schwester wolt’ ich vertheidigen, wenn ich — Zeit hätte. — Gegenwärtig bin ich noch immer für meine alte Wahl Bayreuths; so zerrissen und blutig sich auch mein Herz aus der Herder schen Familie reissen wird. — In deiner Kritik fand ich diese immer gut, ohne sehr viel zu befolgen. Wo ichs am meisten und mit dem grösten Nuzen that, war bei der über das Erzählungsspiel. Du wagst oft zu wenig und zweitens scheinst du ordentlich eine Abneigung gegen allen Gestank zu haben; schon das Wort Riechen vertreibt dich. Dieser Ekel herscht nicht einmal mehr in den höhern Ständen; und daher folg ich lieber meiner Vernunft als deinem — und meinem — Gefühl.

Die beiliegenden Briefe schicke mit dem nöthigen Avertissement, das du selber erst bekomst — weil ich auf morgendliche, und gewis günstige Nachrichten hoffe — an Oertel; ausgenommen seinen Brief und die der Berlepsch (die er misversteht; und ich habe keine Regel des Brief mittheilens als die, daß sie der andere wie ich nehme)

Die Tagebücher der Berlepsch habApropos! Zieh’ doch einmal deine teleologischen Syllogismen aus dem obigen Krüpel-H! Aber ernsthaft! Ich glaube selber an die Mimik der Handschrift. Der ganze Böttiger, Lavater, Schiller, Wieland, Richter stekt jeder in seiner. ich dir wohl auch nicht geschikt. Diese kanst du ihm geben.

Mein Herz schmachtet nach meiner C. und Gott hat uns beide für einander erzogen. Ach wie must’ ich Irwege betreten so hart neben dem richtigen Weg! Die gute, sich selber nur nicht fassende Charlotte K[alb] hat viel zu verantworten und doch hat sie mehr auf meine Urtheile als Gefühle und Thaten gewirkt. Wie wollen wir 〈ich und C.〉 unsere gegenseitigen Unähnlichkeiten auswechseln und gerade dadurch ähnlich werden! —

Mit Ch. K[alb] bin ich ausser Verhältnis; aber durch ihre Schuld. Meine Seele sol nie eine Liebe über die höchste vergessen; und eben so wil ich der edeln Emilie B[erlepsch] sein, was ich kan und darf. Ich kan ihr keine heissere und heiligere Freundin geben als meine C.

d. 5. Feb.

Heute wurde mein Schiksal mit C. entschieden. — Sie gestand im Dezember ihrer Mutter das Verhältnis; und schrieb mir, sie werde nicht eher schreiben als nach der Entscheidung. — Auch ich schwieg, um sie keiner kompromittierenden Frage auszusezen. Endlich kam von Kühnert Vid. 1. (Lies aber immer die angezeigten Briefe, weil du sonst mich hier nicht verstehst). — Es kam nichts. — Ernestine meldete mir die Stürme; die Herzogin nahm die Leidende in Schuz. Vid. 2. 3. Kühnert schrieb wieder vid. 4. Das paste nicht für meinen Karakter; Herder rieth mir, durch die Herzogin mir ein Kanonikat bei der Königin zu verschaffen; das schlug ich noch mehr aus. Die Foderung an H., ob sie gleich die gute Herzogin gethan, schien mir weder für ihn noch mich zu passen; und ich erleichtert’ ihm selber das Nein. — Nun schrieb ich meine litterarischen und kameralistischen Verhältnisse an die altdeutsche Ernestine. Dan kam ihr Brief V. 5. und 6. Dan schrieb ich an die Mutter; und Herder v. 7., wie ich ihm gesagt — durch mattes Fodern und Widerstehen werden alle Wesen überwältigt, wiewohl hier ein schönerer Fal war und er und die Frau unsern Bund, zumal seitdem sie ihm sogar ihr[e] von ihr bossierte Büste gesandt, väterlich segnet — an die Ernestine. Aber sein Brief vid. 7 war nach meinem nicht nöthig; vid. 8. 9. 10 — Und so hab ich mein Herz am Herzen, die Reine und Feste und nichts trit mehr zwischen die Geister. Ach ich hätt’ ihr alle Martern mit 1 Briefe meines Verhältnisses ersparen können, wenn ich Erlaubnis gehabt hätte, ihn zu schicken. — Und diese Gute selber errieth nichts davon; und gab ihre Zukunft fast der vermutheten Armuth hin. (Schreibe diese Umstände Oerteln, der überhaupt wenig weis)

d. 6 Feb.

Heute wieder keine Briefe, Otto, Emanuel, Sophie, wo denkt ihr hin? So gewöhnet ihr mir sie auch ab. —

Jezt kanst du meine Ehegeheimnis sagen wem du wilt.

Schaffe mir ja wieder Bier.

Den Brief von der Berlepsch misversteh’ nicht so als ob ich thun würde, was sie wünscht. Lebe recht wohl Lieber! Ich sehne mich nach Lauten und Nachrichten von dir.


R.

Apropos! Sage doch Oertel, er sol mir die Frage in seinem nächsten Briefe beantworten: ob es ihm recht wäre (dir wärs nicht) wenn ich ihm die ganze durch so viele Bände laufende Geschichte des Titans schriebe. Ich könte mich über einzelne Seitenwände dieses grossen Baues mit ihm bereden. Auch wäre dan, gesezt ich stürbe vor der Volendung, meine Rechtfertigung da.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Christian Otto. Weimar, 20. Januar 1800 bis 6. Februar 1800. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=III_393


Informationen zum Korpus | Erfassungsrichtlinien

XML/TEI-Dokument | XML-Schema

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 3. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1959. Briefnr.: 398. Seite(n): 284-290 (Brieftext) und 491-493 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: Berlin JP. 15½ S. 4°. K: Otto 20 Jenn. bis 6 Feb. — ab 7. (vgl. aber 297, 23 f.) J 1: Otto 3,215 und 222×. J 2: Nerrlich Nr. 73×. B: IV. Abt., III.2, Nr. 285 und 292. A: IV. Abt., III.1, Nr. 328. 284,29 epistolarischen] nachtr. H 285,3 verbot] aus schlos H 4 mit der Predigt] nachtr. H 8f. herlichen] nachtr. H 9 durch bis 10 Fichte] gestr. K (s. I.Abt., IX, 462,19f.) 18 mehr] nachtr. H 286,8 das] aus im H 10f. in jeder] aus jede H 24 mit mir] nachtr. H 28 wo] aus wenn H 287,4 und bis 5 Müller] nachtr. H 5 Sieges] nachtr. H 18 seltene] nachtr. H 21f. auch nicht im kleinsten Zuge] aus nicht H 27 du wilst] aus sprichst aus geräthst H 28 die] davor gestr. über H 36 in] aus mit H 288,5 Schrieb’ H 14 die Natur] das Schiksal K 18 wieder zurük] nachtr. H 26 langen] nachtr. H 289,7 Die .. Briefe] aus Von den .. Briefen H 11 nehme)] danach nachtr. gestr. N B. gieb ihm alle Briefe ausser die [gestr. oben] mit o bezeichneten H 15 must’] aus wust’ H 18 und Thaten] nachtr. H 19 gerade] eben K 26 wurde] aus ist H 27 und] davor gestr. weder sie noch ein Verwandter aus sie und kein Verwandter H 30 1.] danach gestr. 2. H die angezeigten Briefe] aus den Brief H 31 hier] nachtr. H 36 jeder] nachtr. H 290,4 erleichtert’] aus sagt’ H 9 und die Frau] nachtr. H 16 gab] davor gestr. wagte H 17 vermutheten] nachtr. H

284,32 —34 „Brief an Herrn Jean Paul, von einem Nürnberger Bürger gelehrten Standes; mit einem Einschluß an Herrn J. G. Herder“, Berlin, Leipzig u. Nürnberg 1800; der anonyme Verfasser war der Arzt und Kantianer Johann Benjamin Erhard (1766—1827). Garlieb Merkel läßt in einem Brief an Böttiger (H: Dresden) Richter bitten, nicht darauf zu antworten, wenigstens nicht bald: „Il ne faut abîmer personne, und das könnte Erhard, wenn sein Gegner einigen Witz verwendet, sehr leicht widerfahren.“ Jean Paul quittierte auch erst nach Jahren kurz in der Vorschule der Ästhetik (I.Abt., XI, 421,1). 285, 1 Archimetria: s. Nr. 471† . 12—16 Otto hatte gemeint, Herder habe es in der Metakritik seinen Gegnern hie und da leicht gemacht. 17 Herders „Gott“: s. Nr. 262†. 22 drei Ausgaben vom Titan: s. 311, 16 ff. 35—38 Der jüdische Brief (von Friedlaender, s. Nr. 257 u. 371) ist nicht erhalten; Otto hatte im IV. Abt. (Br. an J. P.), III.2, Nr. 259 darin „einiges talmudistische Ähnliche mit Emanuel“ gefunden, besonders in der Antithese des aufklärenden 18. und des aufgeklärten künftigen Jahrhunderts. Die betreffende Stelle bei Jean Paul findet sich nicht in den Biographischen Belustigungen, sondern im Siebenkäs (I.Abt., VI, 132,9f.), übrigens auch ähnlich in Kants Schrift „Was ist Aufklärung?“. 286, 1 —3 Matzdorff: s. FB Nr. 46; Otto hatte geraten, die Subskription nicht zuzulassen, das Vordrucken der Subskribenten sei etwas Erniedrigendes. 20—23 Vgl. Nr. 383†. 30 opera omnia: vgl. FB Nr. 52. 287, 3 —5 Vgl. die Rezension des 3. Teils von Johannes Müllers Schweizergeschichte in der Allg. Literaturzeitung v. 14. Jan. 1797, Nr. 15f., sowie K. L. Woltmanns Biographie Müllers (1810), S. 86f. 6f. Müllers Jugendbriefe: vgl. 264, 4 †. 20 neulich: 273, 33 f. 31f. Über Oertels Diethelm (s. Nr. 373†) äußert sich Wieland sehr abfällig in einem Schreiben an Böttiger v. 19. Dez. 1799 (H: Dresden). 288, 10 ff. Köhlerschen: s. zu Nr. 352. 16 Herold hatte Otto zum Geburtstag Kattun zu einem Schlafrock geschenkt. 20 Otto wollte sich im Frühjahr in Leineck bei Bayreuth niederlassen „mit dem Vorsatz der öftern Rückkehr zu Albrecht“; es solle aber außer Emanuel niemand vorher etwas davon wissen. 34 Otto hatte sich über seine Schwester beklagt, die durch eine weibliche Plauderei sehr gegen ihn gefehlt habe. 37 Kritik: des Anhangs zum Titan. 289, 4 Riechen: Otto hatte vermutlich die Stelle I.Abt., VIII, 255,22 beanstandet, so wie früher schon eine im Fixlein (I.Abt., V, 62,35). 26 In seinem Handkalender von 1800 notiert Jean Paul unterm 5. Febr.: „ Meine Caroline.“ 30ff. Von den hier angeführten zehn Briefen haben sich sechs erhalten, s. IV. Abt. (Br. an J. P.), III.2, Nr. 279, 294, 304, 310, 311; Nr. 7 ist eine gekürzte Abschrift des Herderschen Briefs an Ernestine von Beck von Jean Pauls Hand (Berlin JP) und lautet: „An Schwester C. ein Wort, die seltene, die in jedem Betracht worin ich sie kenne, Edle. Ihr Lebensfaden entwikle und ende sich schön; denn sie verdient es, die in jedem Betracht Vernünftige, Reinbestimte, Edle. — Und also noch ein Wort über C. und R.s Verhältnis: Was Gott zusammengefügt hat, sol der Mensch nicht scheiden und auch nicht erschweren, da das lezte doch zu nichts hilft. R. und C., C. und R. haben sich ohne daß sie es wußten, an Geist und Herz so zusammenstimmend zu einander gefunden, daß der segnende mütterliche Ausspruch darüber nur ein Ausspruch, der schönste Ausspruch jener mütterlichen Vorsehung wird, die über alles wacht und alles segnet. Was ich von Schwester C. weis, ist so ganz für ihn, so einzig für ihn; Er mit allem was er ist so ganz für sie, daß ich für beide das segnende Ja der Mutter zu Aller, Aller und auch der vortreflichen Mutter Beruhigung, ja zu ihrer Freude und Zufriedenheit wünsche. Es ist doch einmal kein schöneres Glük in der Welt als daß sich Personen und Seelen, die einander gefunden und auserwählt haben, die mit einander den Ring des Lebens tragen und theilen wollen und Kräfte haben ihn zu theilen, in diesem innern Glük ihres Daseins zu fördern[!]. Ohne dies innere Glük ist uns doch alles andere nur Qual, nur Schatte und Treiben. Gerade, glaub ich, das mütterliche Herz, das so manche Zeiten, so manchen Wechsel durchlebt hat und am Ende doch nur sagen kan und sagen wil: ‚ich habe meine Kinder in ihrem Geist, nach ihrem Wunsch glüklich gemacht und sie sind glüklich!‘ gerade dies mütterliche, zärtlich- und sorgsam-vorsehende Herz spricht zuerst am schüchternsten, sodan am liebsten diesen Ausspruch.“ 290, 1 Kanonikat: vgl. IV. Abt. (Br. an J. P.), III.2, Nr. 306.