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[ Weimar, 18. Sept. 1800 ]
379,13
[Wäre deine Stimme nur eben so wahr als süs.] Es ist leichter von
deiner Stimme entzükt als überzeugt zu werden. Und mit dem Auge379,15
gehts mir eben so — Brich dir recht viel Blüten für dein Herz aus dem
Eden des häuslichen Glüks — Blüten magst du sonst genug ans Herz
gestekt haben, aber waren nicht zuweilen einige von Giftbäumen
gepflükt?

K (nach Nr. 522): Gräfin Schlaberndorf 18 Sept. A: IV. Abt., IV, Nr. 4 (5. Okt.). Der erste Satz ist aus A entnommen. 379 , 19 gepflükt] aus gepflanzt
Auguste Sophie Henriette von Schlabrendorff (so schreibt sie sich selber), geb. 2. Juni 1773 als Tochter des kgl. preuß. Regierungsrats Karl Chr. Friedr. von Mützschefahl und dessen Frau Marie Charlotte Sophie, geb. von Wechmar, 29. Jan. 1791 verheiratet mit dem Grafen Heinrich von Schlabrendorff (1761—1829), einem Stiefbruder des bekann ten in Paris lebenden Grafen Gustav von Schl. (s. Th. Fontane, Wanderun gen durch die Mark Brandenburg, 4. Teil, 1882, S. 371ff.), Mutter einer Tochter (Amanda, geb. 1792) und eines Sohnes (Leopold, 1794—1851), unlängst geschieden, später (15. Jan. 1802) mit dem Meininger Sekretär Schwendler verheiratet, der es dann in Weimar zu hohen Regierungsstellen und zum Adel brachte, im Alter noch mit Berthold Auerbach befreundet (s. dessen Briefe an Jakob Auerbach II, 13; vgl. auch Theodor von Bern hardis Leben II, 107 u. 113). Die Originalbriefe Jean Pauls an sie scheinen bis auf ganz wenige verloren gegangen zu sein; die ihrigen an ihn und seine Frau sind ziemlich vollständig erhalten (Berlin JP), auch einer an Herder (s. Persönl. Nr. 118) sowie mehrere an Emanuel (Apelt), sämtlich noch un gedruckt. — In A gelobt sie, sich künftig sittlich besser zu betragen.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen

Textgrundlage:

524. An Henriette von Schlabrendorff. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 3. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1959.

Seite(n): 379 (Brieftext); 526-527 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Auguste Sophie Henriette von Schlabrendorff. Weimar, 18. September 1800. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=III_524 >


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