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[ Hof, 3. Juni 1795 ]
89,34
Künftig lass’ ich nur Briefe in Zentes[imo], Viges[imo], Oktavo89,35
Format an dich ab. Hast du in einer so langen Zeit keine Stunde vol
Sehnsucht gehabt, um an deine Brust zu schlagen und zu sagen: „du90,1
„spielendes volatilisches Herz? sind denn alle alle Höfer Bilder aus dir
„entflohen? Hast du nicht mehr soviel treues Blut, um es in die
„Schreibfinger zu giessen, damit der ehrliche passende Krauskopf auch
„etwas Papiernes habhaft werde?“ Hast du bisher nicht ein einziges90,5
mal gedacht: nein und wenn ich zürnte, ich könte nicht länger schweigen
als bisher, da ich nicht zürnte? — die briefliche Trägheitskraft —
Ruhe sanft am grossen mit Blumen volgehangnen Frühling und kein
Juniusgewitter wecke dich daran auf.

K: Wernlein 3 Jun.
Wohl auch mit Übersendung des Hesperus. Vgl. Nr. 126.

Textgrundlage:

118. An Wernlein in Neustadt a. d. Aisch. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 89-90 (Brieftext); 418 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Friedrich Wernlein. Hof, 3. Juni 1795. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_118 >


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