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[ Hof, 18. Sept. 1794 ]
21,12
Hofleute verlegen ihre Bitten ins Postskript — wer ehrlicher ist, thut
sie schon auf der 3ten Zeile — und die meinige[n] sind die, mir dieses
Schreiben und die Freimüthigkeit zu verzeihen, womit ich Ihre alte21,15
Erlaubnis zu Ihnen zu kommen zur neuesten mache: Bei uns riegeln
die Geistlichen ein Fenster um [das] andere am Schafstal zu, weil sie
mit den Oekonomen glauben, daß die finstern Ställe die gesündesten
sind. Sie peitschen die Milch des Evangeliums — wie die Tataren die
Pferdemilch — so lange bis sie sauer wird und zu Quarg taugt. Der21,20
Kopf wird stat trepaniert parfümiert mit poudre de Maréchal etc. —
Der Espiégle de Zürch ou du Saint esprit

K: An Schinz d. 18 Sept. 1794. i: Nachlaß 4,250×. 21 , 13 ihre] Ihre 21 poudre] aus parfum d’odeur
Über den Adressaten s. Bd. I, Nr. 407, 366,14†; Richter logierte bei seinem Septemberbesuch in Bayreuth bei ihm. 21,21 Poudre à la Maréchal: ein wohlriechendes Pulver. 22 Espiègle de Zürch: vielleicht ist Lavater gemeint, den Jean Paul nicht liebte, vgl. 317,13–16, 322,24–27. Auch in den Xenien wurde L. als Schelm bezeichnet.

Erwähnungen im Kommentar:

Werke

Textgrundlage:

19. An Pfarrer Schinz in Bayreuth. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 21 (Brieftext); 398 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Martin Schinz. Hof, 18. September 1794. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_19 >


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