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[ Hof, Sept. 1794? ]
23,8
[Beim Empfang zweier in Herzform gebackener Kuchen]

Ich habe das fette Brautpaar wie ein Menschenfresser mit Haut und23,10
Haar verschlukt, welche beide kastanienbraun waren; und so hab’ ich
die zwei Billets — ich meine die geschriebenen — verschlungen, aber
in einem geistigeren Sin. Grosse Pädagogen liessen ihre Kleinen das
ABC, damit sie es behielten, auf Pfefferkuchen gebacken, verzehren.
Es ist mir lieb, daß Sie mich auf eine ähnliche Art durch den Genus23,15
waizener Herzen an viel weichere und grössere gewöhnen wollen. Mir
ist so etwas beizubringen und ich würde künftig meine Braut, wenn
sie treu auf dem Brautkuchen nachgebosselt wäre, vor Liebe fressen auf
lezterem. Ihre zwei Billets, die so gut gemacht waren wie das was sie
begleitete, hatten nämlich eine schöne Begleitung an zwei vollen23,20
dicken, die dem süssen Inhalt nach wahre artige billets doux waren —

i oder J: Nachlaß 4,251 (undatiert).
Steht im Nachlaß zwischen Nr. 22 und 25; danach hier eingeordnet. Vgl. I. Abt., VI, 33 , 13–20 .

Textgrundlage:

*24. An ? In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 23 (Brieftext); 399 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Unbekannt. Hof, September 1794. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_24 >


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