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[ Hof, 4. Mär. 1796 ]
163,10
Ach das weibliche Geschlecht hat gegen den langen Schmerz seines
Lebens den schmerzstillenden Schlaftrunk der Dichtkunst so von
nöthen! Indes wenigstens durch die mänliche Jugend ein beständiger
frischer Morgenwind zieht: so ermattet schon die weibliche unter
schwülem Sirocko und Harmattanwind. Garofalo malte ein schlafen- 163,15
des Kind, über d[as] ein Engel eine Dornenkrone hält. So würd’ ich
das weibliche Geschlecht malen — und wenn es erwacht, drücke der
Engel die Dornenkrone herab. Der Lebenstag gehe sanft, heiter,
blau und warm und mit nicht mehr Gewölke als zu einem Abendroth
gehört über Ihr Haupt hinüber.163,20


K (nach Nr. 252): Hebe [? der erste Buchstabe ist undeutlich] 4 März 96. 163 , 18 Der bis 20 hinüber.] durchstr.
Wahrscheinlich das 162,7 genannte Blatt, das wohl an die in Nr. 231 erwähnte „geistreiche Dame“ gerichtet war, vielleicht die Hofrätin Voigt, s. 253,17†. 163,15–17 Vgl. I. Abt., V, 27, 29–32 .

Textgrundlage:

257. An Hebe (?). In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 163 (Brieftext); 446 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Henriette Voigt. Hof, 4. März 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_257 >


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