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[ Hof, 4. Juni 1796 ]
202,29
Ich wolte nicht eher als in Weimar eintunken, aber das Regen- 202,30
wetter macht mir die Bienenflügel nas — so veränderlich wie der
Planet, der über 96 regiert. Wenn man sich von einer bunten Ebene
zur andern trinken wil: so mus nichts am Himmel mehr stehen als die
grosse Sonne — Weil meine Freuden Saat zu dik aufschiesset und
darum nicht fortkömt. Ein guter Genius giebt mir dorthin den Spring202,35
stab. Ich wil in der biog[raphischen] Papiermühle herumführen. Ich
lies bisher eine Decke auf mein[em] Individ[uum], die von selbst203,1
zerreiss[et] und so durchsichtig wird wie Milchflor. Sie können, wenn
ich endlich nach dem Solitair auch die Fassung vor die Augen be
kommen werde, blos sich gleich bleibt [!]. Mein Geist umschlang ihn
nur mit 1 Arm, dich mit 2. Seine 3 [?] besten genialischen [?] Bücher203,5
gehören so wenig unter seine Tugenden als wenn er Kinder von
tugendhafter Anlage zeugt.

K: Oertel 4 Jun. i 1: Wahrheit 5,103×. i 2: Denkw. 1,329×. 203 , 2 zerreisset] vielleicht zerrissen 4 es ist offenbar etwas ausgefallen.
Auf wen sich der Schluß bezieht, ist ungewiß.

Textgrundlage:

327. An Friedrich von Oertel in Leipzig. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 202-203 (Brieftext); 458 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Friedrich Benedikt von Oertel. Hof, 4. Juni 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_327 >


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