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[ Weimar, 23. (?) Juni 1796 ]
215,25
Ich reiche dir die Hand über Zeit und Raum, es war eine Zeit, eh’
ich dich kante und liebte; die Ewigkeit begint für die Liebenden. Sie
ist der Stral, der das Unendliche erhelt und begeistert. — Ja wol die
Schmerzen, die Leichentücher müssen wir im Grabe lassen. Ich leide
wie du, denn tief ist der Schmerz der ewigen Sehnsucht.215,30


i: Denkw. 2,22 (24. Juni 1796). B: IV. Abt., II, Nr. 103? A: IV. Abt., II, Nr. 108?
Vermutlich ist dies der Brief, den Charlotte am 23. Juni durch Einsiedel erhielt. Er enthielt wahrscheinlich die Angabe, wann Jean Paul nach Jena kommen werde. Charlotte schreibt in A, daß Schiller ihn erwarte. „Ja wir werden uns allein sprechen; wir wollen die Thäler und Berge besuchen und auf dem hohen Dach unter dem Sternenhimmel verweilen.“ Am 16. Juni 1799 schreibt sie an Jean Paul, sie habe neulich in einem seiner alten Briefe die Worte wieder gelesen: „Die Zeit ist vorbei, in der wir nicht liebten, uns nicht kannten, — jetzo ist die Ewigkeit, in der wir’s thun.“ Das sei die schönste Zeile, die sie von seiner Hand besitze. Vgl. I. Abt., IV, 104,10–12; IX, 279,22f. (Albano an Linda.)

Erwähnungen im Kommentar:

Personen
Werke Jean Pauls

Textgrundlage:

*342. An Charlotte von Kalb in Jena. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 215 (Brieftext); 462 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Charlotte von Kalb. Weimar, 23. Juni 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_342 >


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