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Weimar d. 29 Jun. 96 .
219,2
Wäre mein Brief auch elender als das jezige Wetter: so würd’ er
doch keine einzige Wolke mehr in Wielands Himmel ziehen, da ich es
mit Wieland wie mit einem Fürsten mache, dem man unangenehme219,5
Depeschen gern durch seinen Günstling übergeben lässet. — Sie sind,
bester Freund, blos ein aktiver für mich und ich nur ein passiver für
Sie — Sie interessieren sich für mich in einem Grade, der mehr Ihrer
Menschenliebe als meinen Verdiensten um Sie angemessen ist, die
wirklich darauf hinauslaufen, daß ich Ihnen recht viele — Dank219,10
adressen übergebe. Ich wünsche mir eine Gelegenheit, Sie nach
zuahmen und Sie durch eine Menge von Gefälligkeiten zu nöthigen,
daß Sie mir einen Brief vol Dank zufertigen müsten wie ich da thue.
Leben Sie wol. Ich sehe Sie bald wieder.

Ihr219,15
Jean Paul
Fr. Richter

[Adr.] An H. Oberkonsistorial Rath Böttiger.

H: Berlin acc. ms. 1904. 11 (derzeit BJK). 3 S. 8°. Adresse auf der 4. S. K: Böttiger 29. A: IV. Abt., II, Nr. 114.
Mit der neuen Fassung von Nr. 339. Vgl. Bd. I, 248, 4–6 .

Textgrundlage:

346. An Karl August Böttiger in Weimar. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 219 (Brieftext); 463 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Carl August Böttiger. Weimar, 29. Juni 96. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_346 >


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