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[ Hof, 11. Juli 1796 ]
221,26
— indem ich alle frische Bilder meines W[eimarschen] Karnevals
aufrichte und vor mir vorüberführe. Es wird mein Inneres sanft
ausdehnen, wenn du mir schreiben wirst, daß du deinem Befehl[er]
gehorsam gewesen, weil es leichter ist ein fremder Diener als sein221,30
eigner Herr zu sein — daß deine Seele in der schönen Ruhe einer be
stimten Thätigkeit und dein Körper auf dem Wege einer wachsenden
Meliorazion sei — und daß du bisher [?] schön[e] Minuten bei
schönen Menschen geholet und daß du jede blumige Stätte einsam222,1
wieder betreten, die wir verknüpft durchzogen sind. Gieb mir die
Freude der deinigen.

K: Oertel in Weimar 11 Jul. i: Denkw. 1,330 (als Brief an Friedrich von Oertel). A: IV. Abt., II, Nr. 128.
Friedrich Ludwig Christian von Oertel, der jüngere Bruder Friedrichs (vgl. zu Nr. 211), geb. 17. Juni 1770 in Leipzig, Jean Pauls Weimarer Logiergeber (s. 213,21ff.), „ein Männlein, gestaltet und gelaunt wie Aesop“ (s. Herders Nachlaß 1,269), war Regierungsassessor in Weimar (s. Hof- u. Adreßkalender Weimars von 1796, S. 20), verlor aber bald darauf infolge von Mißhelligkeiten mit Vorgesetzten seinen Posten und zog nach Regens burg, wo er am 6. Jan. 1818 unverheiratet starb.

Textgrundlage:

355. An Ludwig von Oertel in Weimar. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 221-222 (Brieftext); 465 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Ludwig Christian von Oertel. Hof, 11. Juli 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_355 >


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