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[ Hof, 3. Nov. 1794 ]
30,2
10 000 etc. Dinge hab’ ich zu schreiben; da ich aber keinen Plaz
[habe], so lass’ ich sie aus und beschreibe dir nur die einzige Gevatter
schaft. — ich bin so gut in den Taufbund aufgenommen worden wie30,5
das Kind — ich glaube ich dürfte mit der seidnen Besohlung, mit
dem polygon[alen] Hut und dem seidnen Fus- und Beinwerk, bessere
Figur gemacht haben als dem Neide lieb sein mochte. Mein Kopf
war wie ein Handschuh [?] nicht nur gepudert sondern auch frisiert.
— Du wilst mir einen orthographischen Prozes an den Hals hängen;30,10
aber ich vergleiche mich — weil jezt so viele Rechtschreibungen
florieren als Regenbogen.

K: Wernlein d. 3 Nov. 94. B: IV. Abt., II, Nr. 11. A: IV. Abt., II, Nr. 26.
Wernlein erhielt den Brief am 12. November. Wie aus A hervorgeht, erkundigte sich Richter darin noch nach einer von Wernlein geplanten Rezension der Mumien (vgl. 62,25) und nach einem Werke, das Wernlein angeblich (nach B) in der Michaelismesse erscheinen lassen wollte. (Beides kam nicht zustande.) 30,4f. Gevatterschaft: s. zu Nr. 35. 10 Wernlein hatte auf Richters Wunsch nach einem Streitobjekt (s. 19,26–28) ihn auf gefordert, seine ungewöhnliche Orthographie zu rechtfertigen, „worauf sodann weiters in der Sache verfahren werden soll“.

Textgrundlage:

38. An Wernlein in Neustadt a. d. Aisch. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 30 (Brieftext); 401 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Friedrich Wernlein. Hof, 3. November 1794. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_38 >


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