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Hof. d. 3 Okt. 1796.
250,27
Die Ankunft der Bundeslade Renatens, Lieber, zeiget Ihnen die
Nähe der meinigen an. Wenn die Wolken nicht mein Falgatter werden:
so bin ich den 5ten oder 6ten Okt. an Ihrem Herzen. Sie haben die Güte,250,30
diese Handwerkslade zu H. Feldman zu schicken mit der Bitte um seine
hintere Stube. — Ihre Güte, mich zu logieren, nehm’ ich auf mein
Ehrenwort
nicht an: erstlich bin ich durch meine Stube schon an eine
geheizte gewöhnt — zweitens warum sol ich meinen alten Grund
säzen in meinen alten Tagen eher untreu werden als in meinen jungen?251,1
Drittens geniess’ ich als Gast Sie besser denn als Miethsman. In
Leipzig werd’ ich z. B. nicht bei Oertel logieren.

Die dritte Bitte: befehlen Sie meinem Schneider, mir recht
schleunig ein Paar Hosen zu fertigen. Sie wählen die Ingredienzien251,5
dazu: ich möchte sie von einer hellern Farbe als die vorigen waren, nur
müste sie zum aschgrauen Rocke passen.

Ich eile. Ich sehe Sie ohnehin. Leben Sie wohl! Mög’ ich Sie
wiederfinden vol Freude, vol Liebe, vol Vergebung!

Ihr251,10
Jean Paul


H: SBa. 3 S. 8°. J: Denkw. 1,54×. 251 , 9 wiederfinden] aus finden
250 , 31 Feldmann: Besitzer des Gasthofs zur Sonne in Bayreuth.

Textgrundlage:

423. An Emanuel. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 250-251 (Brieftext); 478 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Emanuel. Hof, 3. Oktober 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_423 >


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