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[ Bayreuth, 11. (?) Okt. 1796 ]
251,20
Der schönen Stunde ein 2tes Leben geben und die innern Freuden
eines flatternden Abends malen, um sie zugleich zu vergrössern und zu
verewigen. Im leeren hinunter stürzenden Leben [wird] wenig wieder
holt, ach selten wird ein Tag erneuert, geschweige ein Zustand. Die
Entfernung des Orts giebt wie die gröste, die uns in eine 2te Welt251,25
hinüberwirft, der bedekten Gestalt einen magischen Schimmer. — Das
unendliche von Sternen, aber nicht von Wolken versilberte blaue Ge
wölbe — die halb der innigsten Wonne halb dem Erdenschmerz ge
hörende Thräne — Herbst der Nachklang des verstumten Sommers:
— nur bei uns geb’ es keinen Nach- sondern Einklang — Ihre Tugen251,30
den und Blumen und der kleine Dornenbesaz — Es giebt keinen Unter
schied zwischen Freundschaft und Liebe als Eifersucht. Die Freund
schaft hat also eine Freude mehr und die Liebe hat einen Schmerz
mehr.

K (nachtr. Ende Nov. nach Nr. 464): Caroline 5 Okt.
Wahrscheinlich ist dies der 254,4 und 255,32 erwähnte Brief; Richter kam allerdings erst am 6. Okt. nach Bayreuth, kann aber den Brief schon in Hof angefangen haben, wie Nr. 697.

Textgrundlage:

425. An Karoline Herold in Hof. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 251 (Brieftext); 478 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Caroline Liebmann. Bayreuth, 11. Oktober 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_425 >


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