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[ Hof, 23. Okt. 1796 ]
264,9
Sanft vertausch’ ich Sie mit Ihrem Bilde und dan noch eine Stunde264,10
dieses mit Ihnen. Ihr Brief zeigt mir Ihr Herz durch eine durch
sichtige Brust. Mein rohes Geschlecht hält oft den todten Schleier für
das lebende Gesicht. Es giebt für mich keine Proben, nur Freuden —
o Sie müssen es sehr verwunden, eh’ Sie es verlieren. Selber [?] in der
Welt nach dem Tod [ist] die ideal[ische] nur [in] uns[erm] Geist und264,15
Gott selbst kan das Ideal nur in, aber nicht ausser sich schaffen. — Der zu
rüktretende Strom euerer Liebe erstikte und zerrüttete euere Brust, wenn
nicht der Unendliche diesen warmen Quellen mehr als ein Ufer gäbe.

K (nachtr. nach Nr. 425): d. 23. Okt. 264 , 10 noch eine Stunde] kaum nach einer Stunde 13 lebende] oder lebendige 17 euerer] vielleicht einer
Die Stellung von K macht Karoline als Adressatin wahrscheinlich, ob gleich man nach Nr. 444 eher an Amöne denken sollte.

Textgrundlage:

442. An Karoline (?) Herold. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 264 (Brieftext); 481-482 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Caroline Liebmann. Hof, 23. Oktober 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_442 >


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