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[ Hof, 24. Okt. 1796 ]
264,20
... Ich werde nun auf meinem litterarischen Spiel- und Marktplaz
keine Kinder weiter erziehen als meine eignen. Ich werde jezt nach der
Manumission des Schiksals in meiner innern Reichsunmittelbarkeit
leben und sterben. Aber auch ohne diese Rüksicht mus ich, wenn ich
dieses reizende Scholarchat annähme, entweder die Musen oder die 264,25
Eleven versäumen: jedes von diesen begehrt eine ungetheilte Seele. Ich
habe aber noch so viel zu schreiben, daß ich, wenn ich im achtzigsten
Jahre vom Schreibtische aufstehe, oder vielmehr umfalle, mich ärgern
werde, daß mir der Tod aus der Schreibstube des Lebens schon veniam
exeundi
giebt.264,30


K (nach Nr. 440): Spangenberg 24 Okt. i: Wahrheit 5,182. *J: Doering S. 9×. B: IV. Abt., II, Nr. 143. A: IV. Abt., II, Nr. 160. 264 , 29 Schreibstube] Schreibstunde [?] K
Vgl. Bd. I, 493, zu Nr. 240. Spangenberg hatte geschrieben, eine Prin zessin von Hohenlohe, Witwe des Kaiserl. Generals dieses Namens, die in einigen Tagen auf der Reise von Gera nach ihrer am Rhein gelegenen Be sitzung Hof passieren werde (dies geschah wahrscheinlich, während Jean Paul in Bayreuth war), suche für ihre zwei Kinder einen Erzieher; er habe ihr Richter empfohlen. — Danach handelt es sich also nicht, wie Doering angibt, um die Kinder des Grafen Reuß-Ebersbach, sondern vermutlich um die des am 10. Aug. 1796 verst. k. k. Feldzeugmeisters Friedrich Wilhelm Fürsten von Hohenlohe-Kirchberg, dessen Gattin, Friederike Marie Johanna, eine 1748 geb. Prinzessin von Reuß war. Unrichtig ist auch R. O. Spaziers Angabe in seiner Biographie Jean Pauls (4. Bd., S. 53), eines dieser Kinder sei der spätere Wundertäter (Alexander v. Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, vgl. II. Abt., IV, 66,30†) gewesen.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen

Textgrundlage:

*443. An Heinrich von Spangenberg in Gera. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 264 (Brieftext); 482 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Heinrich George Traugott von Spangenberg. Hof, 24. Oktober 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_443 >


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