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[ Hof, 24. (?) Okt. 1796 ]
264,32
... Schicken Sie mir Oertels Briefgen an mich und Ihre von ihm
so sehr gewünschte Antwort mit. Sie müssen meine Uneigennüzigkeit
loben und können das nie genug, wenn ich Sie um Briefe an andere265,1
bitte, während ich diese Bitte so selten für mich wage. Ich habe Ihnen
heute viel Neues und Neuigkeiten zu sagen, und sehne mich mit
meinem Innersten nach einer langen, vernünftigen Unterredung, und
der Zwischenraum der jezigen Stunden dehnt sich weiter aus als der265,5
Zwischenraum der vorigen Tage.

Ich schicke Ihnen hier noch etwas, was Sie unendlich erfreuen wird.
Die zwei Nadeln, die ich einstecke, bezeichnen das Verhülte und dessen
Vorhang Sie nicht aufheben sollen.

So helf’ ich uns beiden. Hier ist, was Sie verlangen, noch einmal.265,10
Was Sie von Büchern sonst noch wollen, sagen Sie.

Ich wünschte ich wäre Ihre Handbibliothek, dan solte Ihnen jedes
Buch und jedes Blat, das Sie in die Hand nehmen, wenn auch nicht
immer etwas Vernünftiges, doch wenigstens etwas Angenehmes
sagen.265,15

Ihr
treuer Freund
R.


K ohne Überschrift (nur 265,5f.). *J: Otto 4,246 (als Schluß von Nr. 514).
Datiert nach der Stellung von K.

Textgrundlage:

*444. An Amöne Herold. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 264-265 (Brieftext); 482 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Amöne Herold. Hof, 24. Oktober 1796. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_444 >


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