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Von Jean Paul an Adolph Heinrich Meltzer. Hof, 13. Januar 1797.

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[ Hof, 13. Jan. 1797 ]

Ich hätte eher auf alles in der Welt, besonders auf einen Spiegel gerathen, da der Briefträger den hölzernen Achilles Schild wie ein hängendes Siegel auf dem Rücken brachte, als auf das was darin war. Am Ende ist es beides: ein Gemälde ist der eigentliche Spiegel des Malers und stat des Schildes war es die Karte von einem schönen Kriegsschauplaz, auf dem sich Garrik wie jeder, der Freude[?] macht, vom Weinen zum Lachen entschliesset. Möge Ihnen das Schiksal die Wahl erlassen oder doch die Garriksche erlauben! Der Gehalt des Kupfers verdient mehr als manches Fürstengehirn den goldnen Beschlag. Der Tugendhafte reisset sich von der Erde los — vielleicht mit einigen Tropfen Blut wie Schmetterlinge, die sich im Aether verwandeln — aber dan schwebt er entfesselt desto froher über ihren blühenden Zweigen und Beeten. Das Schiksal danke Ihnen stat meiner!

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Adolph Heinrich Meltzer. Hof, 13. Januar 1797. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_508


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958. Briefnr.: 509. Seite(n): 288 (Brieftext) und 492-493 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K: Mezler [!] 13 Jenn.

Vgl. 289, 27–29. Der philosophische und belletristische Schriftsteller Adolf Heinrich Meltzer, Herausgeber des „Versuchs einer Monatsschrift für Damen“ (Berlin 1793), Kompagnon der Morinoschen Buchund Kunsthandlung in Berlin, hatte einen goldgerahmten Kupferstich eines Gemäldes von Reynolds geschickt, auf dem Garrick dargestellt ist, wie er, zwischen der komischen und der tragischen Muse stehend, sich der ersteren zuwendet. Jean Paul erwähnt das Bild im Kampanerthal (I. Abt., VII, 11, Fußnote).