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[ Hof, 21. Febr. 1797 ]
302,7
Erholung ist Tausch der Arbeit, nicht Pause derselben. In der
Mathematik ist nur Klarheit Neuheit. Im Grunde ist in allen Wiss[en
schaften] a priori, deren Spielraum blos in unserm Ich ist, Klarheit302,10
die höchste Erfindung, die reine und die praktische Vernunft müssen
am Ende die Figuren oder die Anschauungen in uns voraussezen
oder erhellen, die die Mathesis ausser uns als gegebne Grössen
fodert. Irthum der Philosophie, daß sie glaubt, unser inneres Auge
sei vom äussern verschieden, das ewig nur sieht und niemals erschaft.302,15
Das Geschik konstruiere aus der krummen Linie des Lebens eine
rektifizierte.

K (nach Nr. 543): Vieth 21 Febr.
Vgl. Nr. 525 und 547. Gerhard Ulrich Anton Vieth (1763—1836), seit 1786 Lehrer der Mathematik und der französischen Sprache an der Haupt schule in Dessau, später Direktor dieser Anstalt und Schulrat, ein nament lich um die körperliche Ausbildung der Jugend verdienter Pädagog, hatte den „Versuch einer Enzyklopädie der Leibesübungen“, Berlin 1794—95, und „Vermischte Aufsätze für Liebhaber mathematischer Wissenschaften“, Berlin 1796, veröffentlicht. Jean Paul scheint ihm zum Dank einige seiner Bücher geschickt zu haben, vgl. Nr. 547.

Textgrundlage:

540. An Vieth in Dessau. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 302 (Brieftext); 498 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Gerhard Ulrich Anton Vieth. Hof, 21. Februar 1797. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_540 >


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