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Hof d. 25 Feb. 97.
303,2
Da ich den Leuten immer nur Klotilden und Adelinen male, die in
meinen Büchern, aber nicht in meinen Häusern wohnen: so sind sie desto
neugieriger, wenn ich ihnen einmal etwas Schönes male, zu dessen303,5
Original ich sie führen kan. In diesem Fal ist H. Kaufman Herold, der
Ihnen theuerste Freundin, dieses Blätgen überbringt, um die Freude
zu haben, das zu sehen, was ich ihm so oft portraitierte. Seine Kent
nisse und sein Betragen werden Ihnen leicht beweisen, daß er von
seinem Stande nichts hat als die Verdienste: schon sein Wunsch, Ihnen303,10
etwas zu überbringen, ist nicht merkantilisch obwohl so eigennüzig als
die meinigen, wenn ich bei Ihnen bin.

Morgen werden die gefoderten Quittungen von Juliane an-
kommen und ich danke dem H. Obristlieutenant recht sehr für diesen
schönen Anfang der Hülfe.303,15

Der Himmel gebe, daß Ihr Schweigen leichtere Ursachen hat als in
Ihrer Krankheit, und daß Ihnen [nicht] der Arzt sondern die Zer
streuung das Schreiben verbiete. Leben Sie wohl, theuerste Freundin!

Jean Paul


H: Williams College. 4 S. 8°. K (nach Nr. 539): Kropf. 25 Feb. J: Carter Nr. 10.
Adeline: die Heldin der Biographischen Belustigungen, des Lieblings buches der Frau von Kropff. Juliane: vgl. 294 , 34 †.

Textgrundlage:

543. An Wilhelmine von Kropff in Bayreuth. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 303 (Brieftext); 499 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Wilhelmine von Kropff. Hof, 25. Februar 97. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_543 >


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