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Hof d. 24 März 97.
312,10
Die Überbringerin, theuerste Freundin, ist meine Klientin, die ich
dadurch beschüze, daß ich sie Ihrer Menschenliebe empfehle und der Ge
rechtigkeitsliebe Ihres H. Gemahls. Ihre Dürftigkeit entzieht Ihrer
Reinlichkeit nichts und wenn andere den Anzug verschmausen, so
erhungert sie ihren. Ich sage Ihrer freundlichen Seele kein Vorwort312,15
und keine Vorbitte für die Bedrängte weiter.

H. Herold dankte mir auf das Wärmste für mein Empfehlungs-
billet an Sie: die Arbeit, die Sie ihm mitgaben, wiederholt er lieber,
da sie ihm noch nicht in dem Grade gerieth, den er Ihrem Geschmak
und seiner Achtung für denselben schuldig zu sein glaubt.312,20

Ich hoffe, in 3 Wochen in Bayreuth zu sein. Dan werd’ ich leider
alle Ihre Briefe, die ich mir bisher durch einen grössern epistolarischen
Fleis hätte erwerben können, durch Besuche nachholen und ersezen.

Leben Sie wohl, unvergesliche Freundin, und machen Sie durch
2 Zeilen, die Sie mir zusenden, auch daß ich wohl lebe!312,25


H: Williams College. 3 S. 8°. K ohne Überschrift. J: Carter Nr. 11. 312 , 21 leider] davor gestr. leichter H
Vgl. Nr. 517 (Nachschrift) und 543.

Textgrundlage:

568. An Wilhelmine von Kropff in Bayreuth. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 312 (Brieftext); 502 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Wilhelmine von Kropff. Hof, 24. März 97. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_568 >


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