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[ Hof, 10. Jun. 1797. Sonnabend]
341,31
Ich komme gerade vom grünen Paradeplaz des Junius. Ich wil dir
alles recht ernsthaft sagen, weil jedes Wort jezt von Wichtigkeit ist und
Folgen hat. Blau wird weder der heutige noch morgige Tag; und342,1
würd’ ers nur auf 4 Stunden, so hätten wir wegen des tiefen Quek
silbers, und der jezigen Schwüle sogar unter dem Gewölke, ein Ge
witter und mithin Regen darnach. Übrigens ist heute an Regen nicht zu
denken: die Pracht der Wiesen, die poetisch zu reden ordentlich grosse342,5
Pomadebüchsen sind, ist unbeschreiblich. — Du fragst heute, ob ich
dabei sein wil? Nein, ausgenommen in dem Falle, daß, da du und
G[eorg] Getränke geben, ich auch an dieser Rechnung, die nicht in der
des Wirthes steht, mein Drittel (metallisch) beitragen darf, weil G.
neulich auf dem Berge mit Winken und sonst mit den Minen Re342,10
flexionen macht, die mir verbieten, etwas von ihm gratis anzunehmen,
obwohl von seinem Vater, der mir deswegen wahrscheinlich immer
etwas restieret.

H: Berlin JP. Präsentat: Sonnabend, den 10 Jun. 97. K (nachtr. im Okt. nach Nr. 637) ohne Überschrift. 342 , 10 mit Winken] nachtr. H
342 , 8 Georg Herold; vgl. Nr. 572.

Textgrundlage:

639. An Christian Otto. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 341-342 (Brieftext); 513 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Christian Otto. Hof, 10. Juni 1797. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_639 >


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