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[ Hof, 21. Juni 1797 ]
345,13
Ob gleich Ihre Unsichtbarkeit dieselbe ist, ob sie von 6 oder von
40 Meilen entstehe, so wirkt doch die lezt[ere] am meisten. — Sie345,15
machen zu oft aus dem bas relief des Bösen ein haut relief. Sie ver
kennen zu oft, um nicht verkant zu werden, und wurden zu oft ver
kant, um nicht zu verkennen. Ihr Schiksal widersprach Ihrem Werthe
zu oft.

K: Die Schukman 21 Jun. i: Denkw. 3,22. B: IV. Abt., II, Nr. 202. A 1: IV. Abt., II, Nr. 213. A 2: IV. Abt., II, Nr. 224.
Henriette war über Dresden nach Mölln (Meckl.) zu ihrem sterbenden Vater gereist. In B bittet sie, „die einsame Henriette“ nicht zu vergessen, und kündigt ihm in wenig freundlichen Worten den bevorstehenden Besuch der Frau von Berlepsch an. In A 1 dankt sie ihm für seinen „zur Besserung aufmunternden Tadel“; „wie meinen Sie, daß es meine eigne, und wie, daß es fremde Schuld ist, daß meine Seele zu einsam ist? Etwa daß ich nicht geheirathet bin [!] ? Lieber, das kann mir nicht reuen ... Wollen Sie Hof verlassen? ... Nach welchen [!] Ort in Sachsen?“ Vgl. noch A 2: „Warum sollten die Holzschnitte und der Jubelsenior nicht für meine Wünsche sein? Ist etwa ersteres für mich zu humoristisch, und sollte ich in letzterm an dem Frl. v. Sackenbach mich stoßen? ...“

Erwähnungen im Kommentar:

Personen
Werke Jean Pauls

Textgrundlage:

649. An Henriette von Schuckmann in Mölln. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 345 (Brieftext); 515 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Luise Henriette von Schuckmann. Hof, 21. Juni 1797. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_649 >


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