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[ Hof, 2. Sept. 1797 ]
368,10
Ich kan Ihrer Hebe fast nichts darbringen als eine Hebe im he-
bräischen Sin, zuweilen d. h. selten eine Korallenbank, etwas Ko
rallenschmuk bunt[er] Gleichnisse. Ich habe soviel Plane angefangen
und noch mehr gemacht und meine Thomastage sind dazu so kurz, daß
mein neuester Plan ist, erst die ält[esten] auszuführen. Zu Monats368,15
schriften taug’ ich gar nicht, da mir jeder Fötus zum Goliath auf-
schiesset. Zu den Bolland[ischen] actis sanctorum könt’ ich besser
liefern. Unser ästhetischer Jubelsenior Gleim, dessen Triumphwagen
nicht blos das Musenpferd sondern auch die weissen geheiligten
Pferde der biedern Germanen ziehen. etc. Leben Sie froh und ruhig! 368,20
Das ist kein Pleonasmus.

K: D. Hoche 2 Sept. i: Wahrheit 5,254.
Joh. Gottfr. Hoche (1763—1836), Theolog und Historiker, damals in Halberstadt, hatte, wohl auf Gleims Veranlassung, Jean Paul zur Mit arbeit an einer von ihm und andern (vgl. 385,12) geplanten Zeitschrift auf gefordert, die aber nicht u. d. T. „Hebe“, sondern als „Ruhestunden für Frohsinn und häusliches Glück“ ab 1798 von ihm und Nachtigal heraus gegeben wurde. Hebe im hebräischen Sinn: „Hebopfer war bei den Juden ehemals jedes Opfer, welches mit Emporheben dargebracht wurde, besonders die auf solche Art gefeierten Erstlinge der Früchte.“ (Anm. von i.) 368,17 Von der von den Bollandisten in Antwerpen heraus gegebenen Sammlung der Acta Sanctorum waren damals bereits 53 Foliobände erschienen.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen

Textgrundlage:

694. An Dr. J. G. Hoche in Halberstadt. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 368 (Brieftext); 524 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Gottfried Hoche. Hof, 2. September 1797. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_694 >


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