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Hof d. 21 Okt. 97.
382,30
Theuerster Freund! Ich gehe als Einwohner, und mein Bruder
als Student auf Leipzig und ziehe auf immer aus den Gegenden
meiner Jugend. Gerade so wie zum erstenmale, da ich als Student
nach Leipzig gieng, schreib’ ich Ihnen zum zweitenmale und mit 383,1
derselben Beklommenheit, womit man das Maschinenwerk der Lebens
bühne alzeit um- und durcheinander schieben sieht. Ihren gedrukten
Schäzen, Theuerster, verdank’ ich einen grossen Theil meiner exzer
pierten; und nie kan meine Dankbarkeit für Ihre Liebe kleiner werden.383,5
Der Himmel führe im gaukelnden Traume des Lebens immer holde
Welten vor Ihr Auge und wende die Nachtluft und die Nachtfröste
ab! Leben Sie und die Ihrigen glüklich, glüklich, glüklich!

J. P. F. Richter

N. S. Haben Sie den Hesperus und das Kampanerthal gelesen? 383,10
— Der Aufenthalt Ihrer Bücher bei mir hatte doch den Nuzen, daß
sie nicht mit den veraukzionierten untergiengen. Vale, Care, vale!
[Adr.] Sr. HochEhrwürden H. Pfarrer Vogel, Arzberg. Fr. Mit
36 Büchern.

H: Germ. Museum, Nürnberg. 3 S. 8°; Adr. auf der 4. S. K: Vogel Arzb. 21 Okt. J 1: Wahrheit 5,278×. J 2: Nachlaß 3,270. A: IV. Abt., II, Nr. 245. Vgl. Bd. I, 544, FB Nr. 1.

Textgrundlage:

723. An Pfarrer Vogel in Arzberg. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 2. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1958.

Seite(n): 382-383 (Brieftext); 531 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Erhard Friedrich Vogel. Hof, 21. Oktober 97. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_723 >


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