Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Carl August Böttiger. Meiningen, 18. März 1802.

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Meiningen d. 18. März 1802.
138,8

Hier komt Ihre herliche Necker wieder, welche — in einen nied-
lichen Auszug gebracht — die beste Oberhofmeisterin der Deutschinnen 138,10
werden könte. Ich und meine C. danken sehr für dieses unerwartete
Geschenk. In einem Monat mach’ ich mein kleines mit dem Titan, der
mit dem 4ten Bande abschliesset. —


Ihr Weimarscher envoyé erzählte mir Wunder von den dortigen
Irreligions-Unruhen und Galeomachien. Zulezt legt Goethe noch 138,15
wie ein Xerxes der Ilm Fesseln an wie der Hippokrene, und aus dieser
wird die Onokrene. — Die Herzogin von Hildburghausen war hier
mit dem alten Glanze ihrer Gestalt; jedes Kind, das sie gebiert, wird
nur ein Amor und sie bleibt Amors Mutter. Sie und die Oberhof-
meisterin waren sehr mit meiner C. zufrieden. 138,20

[Ich trat selbst beim Weben des Ehebandes im Webstuhl ein paar-
mal mit.]


Wir grüssen Sie beide; und grüssen Sie wieder meine Freunde
usw.



Richter
138,25
[Adr.] H. Oberkonsistorialrath Böttiger. Mit 3. Büchern.
Zitierhinweis

Von Jean Paul an Carl August Böttiger. Meiningen, 18. März 1802. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=IV_248


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 4. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1960. Briefnr.: 248. Seite(n): 138 (Brieftext) und 372 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K 1: Böttiger 18 M. K 2 (von Ludwig Urlichs): Prof. Dr. H. L. Urlichs,München. J: Goethe-Jahrbuch I (1880), S. 330×. B: IV. Abt., IV, Nr. 203. K 2 ist vollständiger als J, aber auch nicht ganz; der eingeklammerte Satzist aus K 1 ergänzt. 138,16 und bis 17 Onokrene] die eine Onokrene würde K 1

138 , 9–11 Böttiger hatte mit B die „Nouveaux Mélanges“ der Madame Necker (Paris 1802) geschickt, eine Fortsetzung des Bd. III, 213,1†angeführten Werks. 14 envoyé: Friedrich Müller (1779—1849), damalsRegierungsassessor, später Kanzler in Weimar, der am 12. März 1802 JeanPaul in Meiningen besuchte; s. 139,17 und Müllers Unterhaltungen mitGoethe, hg. von Ernst Grumach, Weimar 1956, S. 5f. 15 Galeomachien: Katzbalgereien; gemeint ist Goethes gewaltsame Inhibierung einerBöttigerschen Kritik von A. W. Schlegels in Weimar aufgeführtem „Ion“sowie einer von Kotzebue geplanten Schillerfeier. 19f. Oberhofmeisterin: Frau v. Wolzogen, s. Bd. III, Nr. 271†. 21f. Bezieht sichauf die Verehelichung der Gräfin Schlabrendorff, s. 133,6ff†.