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Meiningen d. 22. Sept. 1802 ] [Mittwoch].
182,24
Verehrtester Vater! Eine Freude, die Sie bisher allein hatten,182,25
theil’ ich nun mit Ihnen, die über eine Tochter. Am Montag Mittags
um 11 Uhr gab mir und sich meine Caroline die zweite Caroline, eine
gesunde, kräftige und schöne. Auch hierin ist noch die Mutter ihr Vor
bild. (Ich schreibe eilig, weil ich jezt an so viele schreibe.) Vielleicht
gab es nie einen regelmässigern Körper um eine weibliche Seele als182,30
meiner Frau ihrer ist. Der Entbindungstag ist so heilig und rührend —
und vielleicht noch mehr — als der Hochzeittag.

Ich und Caroline bitten nun, daß Sie die Tochter Ihrer Tochter
zu Ihrer erheben und ihr geistlicher Vater am Taufstein werden.
Sobald meine Frau darf — was viel später ist als das Können182,35
so wird sie diese Bitte an Sie sowie an ihre Tanten wiederholen.

Sie dankt herzlich für Ihr leztes Geschenk. Leben Sie froh, Ver183,1
ehrtester! Und empfangen Sie bei dieser Verdoppelung meines
Himmels wieder den alten Dank für meinen ersten! —

Ihr dankbarer Sohn
J. P. F. Richter
183,5


H: Berlin JP. 2⅓ S. 8°; auf der 4. S. Adr.: H. Geheimen Tribunals Rath Mayer Berlin. K: Vat. Mayer 22 Sept. J: Nerrlich Nr. 119. 182 , 26 Montags H 36 sowie] aus und H

Textgrundlage:

317. An Geheimrat Mayer. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 4. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1960.

Seite(n): 182-183 (Brieftext); 388 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Siegfried Wilhelm Mayer. Meiningen, 22. September 1802. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=IV_317 >


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