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Koburg 19. Jul. 1803.
230,29
Mein mir immer lieberer Emanuel, mit dem ich sogar auszu230,30
kommen mich getrauete, wenn ich mich mit ihm hätte kopulieren
lassen! — Meine Reise vor diesen Göttertagen, an welchen herliche
Sachen bei Ihnen zu machen wären, würde mich reuen, wenn ich
nicht Jetten auf ihrer begegnet wäre. — Mein alter Herzog in
M[einingen] wolte mich gerade den Tag nach der Abreise nach230,35
Sonnenberg zu sich haben. — Schwerlich wird Otto in die von mir 231,1
beschriebene Stelle treten, und ich rath’ es ihm nie. — Zu Hause fanden
wir alles wohl und die grosse, der Pfartochter übertragne, Wäsche
sehr weis und glat. Ich denke jezt bei diesem Gottes Wetter sehr darauf,
auch einmal aus dem Hause zu kommen und ein wenig zu verreisen —231,5
man verschimmelt ganz.

Emma hat einen Zahn.

In dieser Eile weis ich nichts zu sagen als meinen Dank für die
Gabe der schönen heiligen Zeit und meinen Wunsch Ihres frühsten
Schreibens und Kommens.

R.
231,10


H: SBa. 2 S. 8°. Vermerk Emanuels: 25ten Julii beantw. (nicht er halten) K: s. zu Nr. 392. J: Denkw. 1,132× (19. Juni). 230 , 29 Jul.] aus Jun. H 32 an bis 33 wären] nachtr. H 34 Jetten] aus Jette H 231 , 9 frühsten] nachtr. H
Mit einem Brief von Karoline. 230,34 Jette Braun, geb. Meyer (s. Bd. II, zu Nr. 105) war am 15. Juli, einen Tag vor Jean Pauls Abreise, in Bayreuth eingetroffen.

Textgrundlage:

393. An Emanuel. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 4. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1960.

Seite(n): 230-231 (Brieftext); 403 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Emanuel. Coburg, 19. Juli 1803. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=IV_393 >


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