Hinweis zur mobile-Version:
Bitte beachten Sie, dass Brieftexte und Kommentare auf Medium und Large Screen-Devices optimal dargestellt werden, während eine responsive Darstellung des Textes auf Small Screen-Devices durch die Beibehaltung des Zeilenumbruchs beeinträchtigt ist.



[ Berlin, 2. Febr. 1801 ]
47,17
Wie dir, war mir gestern, und noch quälender; denn ich wuste kaum
(oder nicht) deinen Stand und hatte nur die Leere vor mir. Diesen
ganzen Morgen hab’ ich mit klopfendem Herzen, das solange nicht an47,20
deinem lebte, jedes Klingeln gehört. Ich habe mich recht gesehnt.
Was thut dir der unglükliche A[hlefeldt]. Wärest du doch gekommen!
Freilich komm’ ich heute; aber ich hätte dich wohl diesen Abend nach
so langen Entbehrungen einsam haben mögen. Dank für den Ring der
Ewigkeit! Sein Himmelblau sol die Farbe deines Himmels weissagen.47,25
O du! — Heute schrieb [ich] nach Meinungen über unsern Aufenthalt.
[Du] hattest den Brief lesen sollen. — Wie mich dein Ring sanft
drükt wie eine theuere Brust! — Freude und Liebe bleib in deiner!

H: Goethe- u. Schiller-Archiv. B: IV. Abt., IV, Nr. 90. 47 , 26 schrieb] aus schreib
Datiert nach dem vorigen. Vgl. B: „Fast kann ich es gar nicht mehr ertragen, Liebster, so ganz von dir getrennt zu sein. Gestern war ich dir so nah, ich habe dich gesehen, fast jede deiner Bewegungen. Ich kann dir nicht sagen, welch ein schmerzliches Sehnen mich ergriff ... Die gute Henriette [Schlabrendorff] will den Abend hier zubringen — komm auch früh. — Zu dir wär ich gekommen — aber ich kann A[hlefeldt] nicht sehen.“ Am 19. Dez. 1819 schreibt Karoline aus Berlin an Jean Paul: „Ich sah gestern Sappho ... Aber wie war mir, als ich die Loge des Tribu nals wiedersah, wo du ... mir vor 20 Jahren gegenüberstandest, hoch emporragend in der weißen Weste mit der geliebten Brust, nach der ich mich aus der gegenüberliegenden Noblessen-Loge, wo ich an diesem Tage Plätze mit der Gräfin Schlaberndorf hatte, so heiß hinübersehnte ...“ (IV. Abt. (Br. an J. P.), VII, Nr. 240.) Am 1. Febr. 1801 wurde „Das unterbrochene Opferfest“, Singspiel von Huber, Musik von Winter, gegeben.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen
Werke

Textgrundlage:

82. An Karoline Mayer. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 4. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1960.

Seite(n): 47 (Brieftext); 334-335 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Caroline Richter. Berlin, 2. Februar 1801. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=IV_82 >


Zum XML/TEI-file des Briefes