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Hof den 28 April 1785.
162,25
Lieber Örthel

Die erste Neuigkeit, die ich dir zu schreiben habe, ist, daß ich in
kurzer Zeit zwei unbeantwortete Briefe nebst zwei Couverten an dich
abgelassen habe, welche dir hoffentlich durch die Besorgung des
Hern Guldens zugestellet worden sind. — Ich hoffe, daß du meinen 162,30
Bruder mit etwas belästigest, das mich an dich erinnert; nur nicht mit
der Nachricht, daß die Zunahme deiner Krankheit dein bisheriges Stil
schweigen veranlasset hat.

Das Allersonderbarste im sonderbaren menschlichen Leben ist doch 163,1
das mit, daß verschiedene Wesen, die aus zwei, drei und mehr Theilen
bestehen, wenig Anstand nehmen, ein grosses Couvert mit einem
kleinen Briefe zu vergrössern; etwas, das dir vielen Anlas zu weitern
Betrachtungen geben kan und sol. 163,5

Leb’ wol, lieber lieber … bald hätte ich dich genant
Richter.


H: Berlin JP. ½ S. 4°. Der Schluß dieses Briefs ist faksimiliert im 16. Bande von Jean Pauls ausgewählten Werken, Berlin 1849. 163 , 4 vergrössern] aus begl[eiten]
162 , 30 Gulden: Kaufmann in Hof, der auch nach Töpen lieferte und dabei Briefe vermittelte, vgl. 180,31 und Nr. 183.

Textgrundlage:

102. An Oerthel in Töpen. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 162-163 (Brieftext); 462 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Adam Lorenz von Oerthel. Hof, 28. April 1785. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_102 >


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