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P. P.
163,9
Ihr Stilschweigen lässet mich vermuthen, daß Sie den Theil des 163,10
Manuskripts noch nicht untergebracht haben, den Ihnen H. Herman
übergeben. Zum Glükke hab’ ich hier mit meinen Bemühungen aus
gerichtet, was den Ihrigen fehlschlug; und ich habe einen Verleger
bekommen. Ich bitte Sie daher recht sehr, dem H. Herman das
Mskpt. wieder sobald als möglich zuzustellen, weil ieder Aufschub mich 163,15
an dem Verkauf desselben hindern würde. Ich bin überzeugt, daß Sie
zu rechtschaffen denken als daß Sie mein Manuskript nur darum
unterzubringen versprochen haben solten, um ein Pfand zu erhalten,
das Ihnen die Bezahlung meiner Schuld zusicherte. Denn ohne den
Verkauf meines Mskt. kan ich Sie nicht bezahlen und ieder Aufschub 163,20
des erstern ist auch ein Aufschub des leztern. Trauen Sie aber den
Worten eines Jünglings nicht, der seine Rechtschaffenheit nicht für
12 rtl. Preisgeben wird: so fodern Sie irgend eine schriftliche oder
andere Versicherung; ich werde sie Ihnen geben. Wäre mein Verdacht
falsch: so bin ich Ihnen doppelten Dank für Ihre Bemühungen 163,25
schuldig. Leben Sie wol.

Ich bin Ihr ergebenster Diener
Hof den 8 Mai 1785
J. P. F. Richter



H: Brit. Museum. 1 S. 4°. J: Wahrheit 3,336.
Hermann schickte den Brief unbestellt zurück, s. den folgenden. Wie mag er unter die Briefe an Vogel geraten sein?

Textgrundlage:

103. An Buchhändler Seiler in Leipzig. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 163 (Brieftext); 462 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Conrad Seiler. Hof, 8. Mai 1785. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_103 >


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