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[ Hof, 24. Nov. 1785 ]
181,26
Mir träumte vor einigen Tagen, ich hätte Sie sechsmal aus dem
Schachfelde mit meinen Officiers geschlagen. Wenn nun Träume die
wirklichen Echos des Wachens sind und der Schlaf nichts als die
Geschichte des Tages wiederholet: so hab’ ich Grund zu glauben, daß 181,30
die geträumten Siege wirkliche zum Voraus sezen und daß Sie nicht so
gut spielen als es zuweilen scheint. Auch dürfte einer, der über den
andern schon im Schlafe triumphiret, wol nicht im Wachen unter
liegen, wo man wenigstens eben so vernünftig als im Traume ist.
Glüklicher Weise können Sie mir nicht widersprechen, wenn ich 181,35
behaupte, daß ich bin etc.

K: An Völkel den 24 Nov.
Richter hatte schon als Knabe mit Völkel Schach gespielt, s. II. Abt., IV, 125.

Textgrundlage:

125. An Pfarrer Völkel in Schwarzenbach. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 181 (Brieftext); 467 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Samuel Völkel. Hof, 24. November 1785. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_125 >


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