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[ Hof, Ende 1785 oder 1786 ]
191,18
Lieber Oerthel,

Das Reisen nüzet viel und ist für den Geist, dessen unaufhörlich 191,20
sizende Lebensart — denn er durchliefe gern einen Raum, aber er hat
es noch nicht einmal so weit gebracht, daß er einen einnähme — uns
allen wol bekant ist, eine schöne Art von Mozion: lieber Himmel, wie
viel würden wir beide, ich und du, nicht darum geben, wenn unsere
Seele nicht im Kopfe sässe, sondern in unserer Erde als eine Art von 191,25
Weltseele? In ieder Stunde könten wir über 1000 Poststazionen
fahren und am Neuiahrsh. Abend viel klüger zurükkommen; welchen
Vortheil iezt blos die Seele in unserer Erde allein geniesset. Indessen
machest du doch die stete Bewegung der Weltseele, die iedes Jahr die
grosse Tour durch unser Planetensystem macht, gut genug nach und 191,30
reitest von Zeit zu Zeit herein. Allein denke doch ia nicht, daß du damit
schon sehr viel gethan; denn der Erdboden ist gar gros und eine Meile
ist darauf soviel wie nichts

H: Berlin JP. 1 S. quer 8°; die Seite schließt mit dem letzten Wort; auf der Rücks. nicht zugehörige Zahlen-Notizen. 191 , 26 könten] aus würden 31 herein] aus nach Hof
Dem Doppelvokal in Seele zufolge ist das Blatt nicht vor Ende 1785 anzusetzen, s. S. 415.

Textgrundlage:

137. An Oerthel in Töpen. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 191 (Brieftext); 470 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Johann Adam Lorenz von Oerthel. Hof, Ende 1785 oder 1786. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_137 >


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