Hinweis zur mobile-Version:
Bitte beachten Sie, dass Brieftexte und Kommentare auf Medium und Large Screen-Devices optimal dargestellt werden, während eine responsive Darstellung des Textes auf Small Screen-Devices durch die Beibehaltung des Zeilenumbruchs beeinträchtigt ist.



[ Hof, 18. Dez. 1786 ]
222,32
Ich könte von dem und ienem handeln, wenn ich möchte...Ich
könte Ihnen [?] zum Fleisse anködern und daher folgende Stelle etc.
Ich könte an das gar nicht denken, sondern etc. Ich könte ferner — es 223,1
thäte gar nichts — eine Empfehlung — Ich könte (der Schade wäre
nicht gros) sogar bei Sinnen sein und etwas Vernünftiges hieher
sezen. Ja ich könte von ganz und gar nichts handeln. Bis ich daher
eins werde, von was ich handeln wil: wil ichs ernsthaft überlegen und 223,5
zu den Feiertagen wil ich Ihnen meine Entschliessung schon entdekken…
Ich wil Ihrem Hinken und Stolpern im Französischen schon mit einer
Krüke oder einem hölzernen Bein abhelfen.

K: Den 18 D. an Oerthel. i: Wahrheit 4,81 ×. B: IV. Abt., I, Nr. 63. A: IV. Abt., I, Nr. 65.
Vgl. zu Nr. 184. Christian Adam von Oerthel war am 25. Nov. 1775 in Hof geboren, also damals 11 Jahre alt. Einige erhaltene Briefe von ihm zeugen von Unbeholfenheit, aber von großer Anhänglichkeit an seinen Lehrer (was Wahrheit 4,85 zu Unrecht bestritten wird). Richter hatte vielleicht seine Hauslehrerstelle schon angetreten, war aber vorübergehend noch einmal nach Hof zurückgekehrt. Christian hatte in B in unbeholfen humoristischem Stil um die Erlaubnis gebeten, statt der ihm aufgegebenen französischen Übungsstücke ein paar weniger schwere zu nehmen. In A schreibt er, er warte mit dem größten Verlangen auf die Krücken, die ihm Richter am Heiligen Abend bringen werde. „Sie haben mir eine Boutelie französischen Wein gegeben, so will ich Ihnen ein wenig Burgunder geben.“ Folgt eine französische Sprachprobe, woraus die Worte genügen mögen: „Jai ne tems.“

Erwähnungen im Kommentar:

Orte

Textgrundlage:

189. An Christian Adam von Oerthel in Töpen. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 222-223 (Brieftext); 481 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Christian Adam von Oerthel. Hof, 18. Dezember 1786. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_189 >


Zum XML/TEI-file des Briefes