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[ Töpen, Anfang 1788 ]
234,19
Da Sie den Raum weniger verschwenden können als [ein] Advokat,234,20
dessen Hand auf einer fuga vacui ist: so könten Sie einigen durch die
Verwandlung der Noten in Par[enthesen] erkargen —. Diese
Stärke gebietet und arbeitet in seiner Phantasie, die Bilder auf
Bilder schlichtet — nimt das politische und höfliche Joch nicht auf —
Alle despotische Nazionen sind Knechte der Höflichkeit: daher sinds die 234,25
Britten nicht — Weniger Geburt als Verdienst ordnet den Rang und
die abstehenden Stände berühren einander durch Ehe und Umgang —
Er liebt die grosse Natur in seinen Parks und erträgt die niedere in
seinen Komödien — Seine Grosmuth gestehen sogar die, die er
überfället und ausleert — Seine Leidenschaften zugegraben, aus 234,30
d[enen] ein Funke ein Gewitter macht.... Aber warum krizle ich
seinen Karakter? Shakesp[eare] hat ihn ia gemalet. — kan diesem
Haufen eher etwas rauben als zollen — Dies sind meine Noten,
für die Sie mir danken, wenn Sie mir sie verzeihen.

K: An Müller. 1788.
Vgl. Nr. 203†. Müllers Manuskript handelte anscheinend von dem Charakter der Engländer.

Textgrundlage:

208. An Trogenprediger Müller. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 234 (Brieftext); 485 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Christian Adam Müller. Töpen bei Hof, Anfang 1788. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_208 >


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