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[ Töpen, 7. Febr. 1788. Donnerstag ]
235,7
Da dein Versprechen ein Dilemma ist — (da ich nicht weis, ob ich
meinen Sabbatherweg mache) — Die Juden haben 3 Vorzüge [1)]
eine edle Bildung, die Scharfsin weissagt 2) den geweissagten Scharfsin 235,10
selbst 3) und die Seelenstärke mitten unter dem Geschrei der ganzen
Welt Selbstlauter zu sein, nicht Accidenzien an Substanz sondern
selbst Substanz zu sein, nicht Echo und Chamäleons etc.

Lieber Herman, wenn man die Wahl hat zwischen Nachahmen und
Nachgemachtwerden: was sol man da machen? Ich glaube, einen235,15
Juden sowol in als ausser dem Rathhaus. Ich bin ein blosser Christ
und dein Freund.

K: An Herman den 7 Feb. B: Nr. 71.
Bald nach Hermanns Rückkehr nach Hof waren die Freunde zum Du übergegangen. In B schreibt Hermann in rätselhaften Wendungen von einer wichtigen Nachricht, die er erhalten habe; es handelte sich an scheinend um sein drittes naturwissenschaftliches Opus, das er dem Ver- leger Beckmann in Gera übergeben, aber wieder zurückverlangt hatte, da er nicht mehr damit zufrieden war (Schreinert S. 118 u. 175.) Das Dilemma ist vermutlich, ob Hermann nach Töpen oder Richter am nächsten Sonnabend nach Hof kommen solle. Von Juden ist in B nicht die Rede.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen
Werke

Textgrundlage:

210. An Hermann in Hof. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 235 (Brieftext); 485-486 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Bernhard Hermann. Töpen bei Hof, 7. Februar 1788. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_210 >


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