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Von Jean Paul an Johann Bernhard Hermann. Töpen bei Hof, 1. August 1788.

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[ Töpen, 1. Aug. 1788 ]

Möge dir der Traum das geben, was dir die Menschen versagen.
Fliehe mit deiner Phantasie in die Kindheitsauen zurük und vergis
über dem Mondschein der Vergangenheit und vor dem Sternen246,5
himmel der Zukunft die schlagenden Esel in der Stadt … warum wilst
du das Zukünftige besser errathen als das Vergangne? — Da sie
[die Ottos] dein Fortgehen, mit dem du sie verwundest, mehr schmerzen
mus als iede Unbequemlichkeit, in die sie deine Unterstüzung ver
wikkelt.. gleiche nicht einem Kaufman, der auf dem Höferiahrmarkte 246,10
seine Bude zuschlösse und im Finstern mit seiner Ware feilstände..

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Johann Bernhard Hermann. Töpen bei Hof, 1. August 1788. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_228


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956. Briefnr.: 228. Seite(n): 246 (Brieftext) und 490 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe) Siglen

K: An Herman den 1 August. i: Wahrheit 4,130. B: IV. Abt., I, Nr. 80. A: IV. Abt., I, Nr. 83.

Hermann erhielt den Brief, dem 6 Gulden beigelegt waren, erst am 21. August durch seinen Vater; er hatte in B neuerdings die Absicht geäußert, heimlich aus Erlangen zu entweichen. Auf ausgelassene Stellen weisen folgende in A: „Mein 2tes Buch [„Über Feuer, Licht und Wärme“, Berlin 1787] kanst du von Mehringer [s. Nr. 223†] erhalten; Mit seiner gewöhnlichen Vorliebe für Geheimniskrämerei hatte Hermann den Ort, den er aufsuchen wolle, nicht direkt genannt, sondern am 30. Juli geschrieben: „Setze in meinem 2ten Kinde die ersten Buchstaben zusammen von pag. 44. 122. 169. 179. 2. 4. 35. 37. … und schweige.“ Die Buchstaben ergeben den Namen Göttingen.aus dem hie und da ausgesprengten Gerücht, daß ich aus Misfallen über Erlang nach Wien gehen will, kan noch Ernst werden … Vorsichtige Verwendung bei der Frau Oerthlin verbiete ich dir gar nicht … ‚Ich soll den Ottoen meine Lage wahrer vorstellen‘? … Dein Zureden, daß ich in Erlang bleiben soll...“