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[ Hof, 4. Mai 1789 ]
260,18
In einem eisgrauen Kalender von meinem eben so alten Grosvater
steht eine Weissagung, die doch wahr sein kan: „Der 6te Mai wird — 260,20
blos wegen der Konjunkzion der Erde mit der Sonne — so ausser
ordentlich prächtig sein, daß die Leute sich wie Schmetterlinge aus
ihren Häusern herausentpuppen werden — die Leute werden unter
dem freien Himmel wie Nomadenhorden herumziehen und man wird
nichts weniger machen als Kalender; besonders werden d[er] H. Otto 260,25
und der [H.] Richter tausendfachen Spas haben, es ist aber aus den
Gestirnen noch nicht herauszubringen, was für einen.“

Er kan nicht schreiben, aber denken und hat den Wiz im Kopf, den
er nicht in seine Kappe wirft — Ich würd’ es nicht glauben (diese
keusche [?] Dame) wenn es nicht gemalet wäre — Er ist [ein] Stroh260,30
pfahl, der verbeut, den Weg in sein Haus zu betreten — Du kanst
nicht schreiben, aber die Wirthe doppelt —

K: An Otto den 4 Mai. i: Wahrheit 4,219×. 260 , 30 Keuse
i datiert den Brief noch von Töpen; Jean Paul pflegte aber auch an den Freund, wenn er sich am gleichen Ort befand, Briefe bzw. Billette zu schreiben. Der zweite Absatz ist möglicherweise aus einem andern Briefe.

Textgrundlage:

258. An Christian Otto. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 260 (Brieftext); 497 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Christian Otto. Hof, 4. Mai 1789. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_258 >


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