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Korrespondenz

Von Jean Paul an Johann Samuel Völkel. Hof, 9. Juli 1789.

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[ Hof, 9. Juli 1789 ]
265,19

Anders schreib’ ich Ihnen nicht und Sie sind für einen längeren 265,20
Titel zu gut. Machen Sie es auch so und schreiben Sie gerade zu:
Hochedelgeborner, hochgeehrtester H. Kandidat. Aber dieser Brief
verdiente einen ernsthaftern Anfang. Sie werden sich in meinen
Aufschub nicht zu finden wissen, aber blos die sonderbarsten Hinder
nisse, deren Entdekkung Sie mir erlassen werden und deren einige in 265,25
meinem närrischen Karakter liegen, entfernten mich von Schwarzen-
bach.... Ich bitte H. Klöter, der sich meinem Willen am kräftigsten
entgegenstemt, mir den zu lassen: daß ich ums Essen.. hausiren dürfe..
weiter kan ich die Aufopferung unmöglich treiben. Unter dem Logis ver
stand ich das 3te, aber kein tieferes, das mich und die Kinder der Zer265,30
streuung und fremden Aufmerksamkeit aussezte. Endlich werden wir
den Ton um einige Quinten ernsthafter stimmen müssen, der Kinder
[wegen], deren Achtung, ohne die kein wirkender Unterricht möglich,
ich dadurch verscherzte — und die Nachricht, wie sehr Sie noch
hinken 265,35

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Johann Samuel Völkel. Hof, 9. Juli 1789. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_271


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956. Briefnr.: 271. Seite(n): 265 (Brieftext) und 499 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K: Völkel in Schwarz[enbach] 9 Jul. i: Wahrheit 4,170× (Fußnote, undat.). A: IV. Abt., I, Nr. 93.

Völkel, Aktuar Vogel und Cloeter (s. zu Nr. 305) hatten Richter den Unterricht ihrer Kinder angetragen; er schob aber den Antritt der Stelle bis Anfang 1790 hinaus, s. 278,13 f. In A wird die Erledigung der Angelegenheit auf eine mündliche Unterredung verschoben. Es heißt darin noch: „Auf Ihre herrliche Tugendpredigt kann ich mich vor der Hand nicht einlassen, … weil ich die ganze Registratur des Teufels auf dringende Requisition an das Pfarramt in Konradsreuth habe abliefern müssen.“ Richter hatte also um ein Urteil über den „Ernsthaften Anhang über die Tugend“ in den Teufels-Papieren (I. Abt., I, 346—353) gebeten. Pfarrer in Konradsreuth war seit 1788 Georg Christian Püttner, vgl. Schreinert S. 36.