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[ Hof, etwa 23. Sept. 1789 ]
268,30
Avertissement.
Endes Unterschriebener steht nicht an, bekant zu machen, daß da
die abgeschnittenen Haare so viele Feinde haben wie die rothen; und
da die nämlichen Feinde zugleich es von der Person [sind], worauf sie
wachsen; da ferner so eine Tracht in keiner Rüksicht christlich ist, weil 269,1
sonst Personen, die Christen sind, sie haben würden; und da besonders
dem Endes Unterschriebenen seine Haare so viel geschadet wie dem
Absalon die seinigen, wiewol aus umgekehrten Gründen; und da ihm
unter der Hand berichtet worden, daß man ihn ins Grab zu bringen 269,5
suchte, weil da die Haare unter keiner Scheere wüchsen: so macht er
bekant, daß er freiwillig so lange nicht passen wil. Es wird daher einem
gnädigen hochedelgebornen etc. Publikum gemeldet, daß Endes Unter
zeichneter gesonnen ist, am nächsten Sontage in verschiedenen wichtigen
Gassen mit einem kurzen falschen Zopfe zu erscheinen und mit diesem 269,10
Zopfe gleichsam wie mit einem Magnete und Seile der Liebe und
Zauberstabe sich in den Besiz der Liebe eines ieden, er heisse wie er
wolle, gewaltsam zu sezen.

J: Wahrheit 3,228 (Okt. 1789).
Datiert nach 272,18: „ums Äquinokzium“; vgl. auch 275,26ff. Wohl zunächst an die Ottos gerichtet. Hermann führt im Brief an J. P. IV. Abt., I, Nr. 100 diese Sinnesänderung auf Richters Verkehr in der Familie Spangenberg zurück.

Textgrundlage:

*280. Avertissement. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 268-269 (Brieftext); 500 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Unbekannt. Hof, 23. September 1789. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_280 >


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