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[ Hof, 17. Okt. 1789 ]
276,13
Wie einer der die Sonne untergehen sah, von Hügel zu Hügel
klettert, um ihren Untergang noch einmal zu sehen und wie iede 276,15
neue Höhe ihm den Untergang wiederholet: so zieht der arme Sterb
liche von Hofnung zu Hofnung und trit höher, um von den Freuden,
die untergesunken, noch einmal Stralen ins Angesicht zu bekommen
und ihren Untergang weniger zu verschieben als zu verdoppeln..
Trit höher und stosse die Erde zurük: so geht keine Freude und keine 276,20
Sonne mehr unter, sondern beide stehen.

Diese 14 Zeilen hab’ ich gemacht, nicht um Sie an mich
— sondern um mich an Sie zu erinnern, wenn ich in
der Abendsonne spazieren gehe und an die Menschen
denke, die ihr und ihrem Abschied ähnlich. 276,25


K (nach Nr. 283): Ins Stambuch. Den 17 Oktob. i: Wahrheit 4,238× (undat.).
Die Angabe von i „Einer Freundin ins Stammbuch“ beruht wohl nur auf Vermutung. Vgl. I. Abt., IV, 32,10—12 und C. F. Meyers Gedicht „Spiel“.

Textgrundlage:

287. In ein Stammbuch. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 276 (Brieftext); 503 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

Eintrag in ein Stammbuch. Hof, 17. Oktober 1789. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_287 >


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