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[ Hof, 16. Febr. 1790 ]
281,26
Da Sie der Freund meines Freundes sind: so macht uns der ge-
meinschaftliche Verlust vertraut; und ich liebe Sie deswegen, ohne
Sie zu kennen und Sie werden mir meine Bitte gewähren, ohne mich
zu kennen. Es ist eine traurige Bitte: wie ein Abgebranter um den281,30
Aschenhaufen geht und die geretteten Überbleibsel seiner vorigen
Freuden auf lieset: so such’ ich das zusammen was … ein solcher Kopf
und ein solches Herz treffen sich selten zusammen und den Wissen
schaften wird iener und der Freundschaft dieses sobald nicht geboren..
Ich wünsche, daß Sie keinen Verlust wie ich erleben werden. 281,35


K: An Haas in Göttingen den 16 Febr. i: Wahrheit 4,160.
Am 3. Febr. 1790 war Hermann in Göttingen gestorben, dem dortigen Totenbuch zufolge „an Gicht und Ausfluß“, wahrscheinlich aber an Lungenschwindsucht. Der Adressat, ein Student der Rechtswissenschaft, am 8. Apr. 1788 in Göttingen immatrikuliert (Schreinert S. XXIX), sandte den Nachlaß des Verstorbenen an dessen Vater in Hof. Die von Jean Paul geplante Herausgabe der von Hermann hinterlassenen Papiere kam nicht zustande, vgl. Nr. 346 und 374.

Textgrundlage:

304. An Joseph Haas in Göttingen. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 281 (Brieftext); 506 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Joseph Haas. Hof, 16. Februar 1790. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_304 >


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