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[ Hof, 24. Febr. 1790 ]
282,23
Unsrer Zahlensprache macht Schwarzenbach ein Ende, durch die ich
mich weniger andern als mir selbst verbergen wolte. Ich habe dich 282,25
vielleicht manchen zufälligen Aufopferungen ausgesezt; aber die
Freundschaft ist dir vielleicht unter dieser Gestalt am bekantesten und
mit H[erman] starb das nicht, was blos du für ihn tha[te]st, wiewols
mit dir und mir stirbt. Die Bitten dieser Art beschliesset meine Ver
änderung — mit der lezten.. Du kenst mich und dich hoffentlich so, 282,30
daß du weist, daß weder das Thun noch das Abschlagen noch die
Bewilligung solcher Bitten unser Verhältnis und unsre Meinung
iemals ändern kan. Ach vervielfältigte das Schiksal die Klingenproben
des Menschen nur nicht so sehr, daß oft Biegen und Brechen zu
sammengränzen: so unterblieb’ es. Da ich Klopstoks Ode durchlas: 282,35
so verwandelte ich meine bisherige Frage: „warum hast du von
3 Freunden 2 verloren“ in die: „warum hast du unter der elenden 283,1
Menschenmakulatur 3 gefunden“ und ich wuste keine andre als eine
dankbare Antwort. Ich wünschte, ich wäre so sehr gebessert, daß du
auch beide Fragen thun köntest.

K: Otto den 24 Febr. i: Wahrheit 4,162 u. 174 × (mit Nr. 307 vereinigt).
282,35 Klopstocks Ode: „An Ebert.“ Die drei Freunde sind Oerthel, Hermann und Christian Otto.

Textgrundlage:

306. An Christian Otto. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 282-283 (Brieftext); 506 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Christian Otto. Hof, 24. Februar 1790. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_306 >


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