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[ Schwarzenbach, 23. April 1791 ]
330,25
Am Osterheil[igen]abend.

An Festtagen brauchen die gemeinen Leute Gnaden- und Purgier
mittel. Sie lassen da sich absolvieren, bekehren und zur Ader — am
h. Abend lassen sie ihren Gläubigern zur Ader. 6 Geldschnepper wollen
mich Osterlam abschlachten. Auch hab’ ich ausser den apokryphischen 330,30
Beuteln den kanonischen Klingelbeutel zu füllen — pädagogisches
Traktament — daß Sie nicht länger bös sind als bis um 10 Uhr, denn
um 11 komm’ ich, um zu fragen, ob Sie den Feiertag so vergnügt
durchlebt und durchschrieben [wie Ihr etc.]

K (nach Nr. 373): Am Osterheil[igen]abend an Kommissionsrath Vogel. i: Nachlaß 4,236 (mit Nr. 372 vereinigt). 330 , 33 den Feiertag] oder die Feiertage
330 , 29 Graphisch wäre auch „ihre Gläubiger“ als Subjekt möglich; aber nach Jean Pauls sonstigem Sprachgebrauch müßte es dann „ihnen“ statt „sie“ heißen; „Gläubigern“ steht also wohl versehentlich für „Schuldnern“ (wie i einsetzt), eine Verwechslung, die auch sonst vorkommt. Zu der Verwechslung von Gläubiger und Schuldner vgl. II. Abt., V, 148, Nr. 38.

Textgrundlage:

371. An Kommissionsrat Vogel in Schwarzenbach. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 330 (Brieftext); 522 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Johann Wilhelm Vogel. Schwarzenbach a. d. Saale, 23. April 1791. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_371 >


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