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Hof d. 9 März 1793 [Sonnabend].
373,20
Mademoiselle,

Da ich selbst eine dürre todte Mumie bin: so müssen auch meine
Kinder Mumien sein. Ich wünsche, daß Sie in der Geselschaft derer,
die ich Ihnen hier sende, keine Langeweile sondern wenigstens die
Hälfte des Vergnügens finden, das ich in Ihrer Geselschaft alzeit 373,25
genos. Nach 20 Jahren werd’ ich Sie bitten, mir mein Buch wieder
zu zeigen und mir an dem hineingelegten Seidenflekgen zu weisen, wie
weit Sie darin schon gelesen haben.

Da ich Ihnen so viel zum Lesen übergebe: so wil ichs nicht durch den
Brief vermehren; da ichs Ihnen ohnehin — nach einigen Minuten 373,30
mündlich noch weitläuftiger sagen werde, daß ich die Ehre habe, mit
wahrer Hochachtung zu sein

Ihr
gehorsamer Diener und Freund
F. Richter 373,35
N. S. Meine gehorsame Empfehlung an Ihre Eltern.

H: ehem. Frau Kommerzienrat Schiedmayer, Stuttgart. 2 S. 4°; Adresse: Demoiselle Renata Wirth in Hof. K: Renata 2 [!] März. 93. J: Täglichs beck S. 38. 373 , 27 Seidenstreif K 29 Ihnen] danach gestr. ohnehin H 30 nach] aus in H
Vgl. Tagebuch, 3. März 1793: „wieder ausgesöhnt mit Ren.“ Der 9. März war ihr Geburtstag.

Textgrundlage:

415. An Renate Wirth in Hof. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 373 (Brieftext); 536 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Renate Wirth. Hof, 9. März 1793. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_415 >


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