Hinweis zur mobile-Version:
Bitte beachten Sie, dass Brieftexte und Kommentare auf Medium und Large Screen-Devices optimal dargestellt werden, während eine responsive Darstellung des Textes auf Small Screen-Devices durch die Beibehaltung des Zeilenumbruchs beeinträchtigt ist.



Am Donnerstag nach der Beschreibung des Elysiums
d. 11 Apr. 93.
Es gab eine Hand, die ich halten wolte bis meine zerstäubte — es
gab eine Freundin, der ich zu viel gegeben, die mir zuviel genommen383,5
— es gab eine die mich eben so viel Thränen der Freude als des
Kummers kostete — es gab eine, zu der ich in einer elysischen Minute
sagte: „und wenn ich selber einmal sage und versichere, ich hasse dich,
„so ist es nicht wahr“ —

Ist sie nimmer? hab ich so schon versichert? hab ich mich kalt gestelt? 383,10
— — Ja sie hat es, und ich hab’ es — —

Aber ich allein (und sie nicht) sag in meinem einsamen Zimmer mit
flutenden Augen: du liebst sie doch und ewig und ewig und ewig

H: Berlin JP. 1 S. 4°. J: Wahrheit 4,315. 383 , 8 einmal] nachtr. versichere] aus schwöre 10 versichert] aus gesagt
Vgl. Nr. 413†. Nach J ist der Brief — der vielleicht gar nicht abgesandt wurde — an Karoline Herold gerichtet, mit der Jean Paul aber erst Ende 1793 intimer wurde, vgl. Nr. 445†. Auch Renate Wirth kommt wohl nicht als Adressatin in Betracht, da das Verhältnis zu ihr weniger stürmisch war.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen

Textgrundlage:

425. An Amöne Herold? In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 383 (Brieftext); 538 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Amöne Herold. Ohne Ort, 11. April 1793. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_425 >


Zum XML/TEI-file des Briefes